2026-001/documents/theory/diagnostics/systemische-modelle-soziale-arbeit/pages/189.md

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Hinsichtlich der Familienpolitik sind strukturelle Veränderungen
notwendig,
um
die
Familien
im
ersten
und
zweiten
Einkommenssegment bei ihrer Sozialisationsfunktion auch finanziell
zu unterstützen. Der bisherige Familienlastenausgleich reicht nicht
aus. Die Mehrwertsteuer z. B. trifft Familienhaushalte relativ mehr als
Einund
Zweipersonenhaushalte.
Hier
könnte
eine
Mehrwertsteuerrückzahlung für Familien durch das Finanzamt oder
ein entsprechend erhöhtes, auch den Sozialhilfeempfängerinnen voll
zustehendes Kindergeld Abhilfe schaffen. Eltern minderjähriger und
damit von ihnen zu unterhaltender Kinder zahlen prozentual nicht
weniger Rentenbeiträge als gut verdienende Einzelpersonen oder
zusammenlebende Paare, obwohl sie durch ihre materielle
Kinderversorgung die Renten der zukünftigen Ruheständlerinnen
sichern. In der Logik unseres auf einer mehrgenerationalen
kollektiven Solidarität beruhenden Rentensystems wäre hier eine an
die Anzahl der Kinder gekoppelte Reduktionen der monatlichen
Rentenbeitragszahlung sinnvoll. Sie könnte ab einer bestimmten
Kinderzahl in eine vollständige Befreiung übergehen. Parallel dazu
müssten die Rentenbeiträge kinderloser Einzelpersonen und Paare
steigen.
Auch die Kostenseite des familiären Alltags muss überprüft
werden:
öffentliche Verkehrsmittel sind für Familien zu teuer;
ausreichenden Wohnraum können sich nur einkommensstarke
Familien leisten;
die Zahl der beiden Eltern bzw. dem allein erziehenden
Elternteil
eine
Erwerbsarbeit
ermöglichenden
Ganztageseinrichtungen für Kinder reicht nicht aus;
die Förderung leistungsschwacher und sozial auffälliger Kinder
in den Schule kann aufgrund großer Klassen und einer zu wenig
ausgebauten Schulsozialarbeit nicht das leisten, was aufgrund
vorhandener pädagogischer bzw. sozialpädagogischer Konzepte
möglich wäre;