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Beziehungsstörung nach sich ziehen. Denn in jeder
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Zeitaussage sind Bewertungsaussagen enthalten, die Einfluss
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auf den „Beziehungstanz“ nehmen. Wenn Faust im Dialog mit
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Mephistopheles sagt:
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„Werd ich zum Augenblicke sagen:
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Verweile doch! du bist so schön!
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Dann magst du mich in Fesseln schlagen,
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Dann will ich gern zugrunde gehen!“
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(Faust I, Vers 1699–1702; hier zit. nach Goethe 1962, S. 935.)
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setzt er auf die das Neue hervorbringende Zukunft, die ihn
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doch endlich zu der Erkenntnis dessen, „was die Welt / Im
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Innersten zusammenhält“ (Faust I, Vers 382 f.; ebd., S.901),
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führen möge.
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Margarethe dagegen könnte sich bei der ersehnten
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Begegnung mit Faust gerade dies wünschen: „Verweile doch!
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du bist so schön!“, um in diesem Augenblick die gemeinsame
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Liebe festzuhalten. Wie uns der Fortgang des Dramas zeigt,
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werfen beide Perspektiven neue Fragen auf: Das Neue ist nicht
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immer erstrebenswert, das Verharren im Augenblick garantiert
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nicht den Erhalt der in ihm gewonnenen Erfahrung.
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Aber beides zeigt uns, dass Zeit keine (scheinbar)
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„objektive“ physikalische Gegebenheit ist. Aussagen über die
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Zeit sind an die Hoffnungen und Erwartungen, Wünsche und
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Ängste der jeweiligen Sprecherin und damit an ihre
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Bewertungen gebunden.
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Deutlich wird auch, dass diese subjektive Bewertung der Zeit
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immer an den Kontext der Aussage gebunden ist. Faust geht
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es um die in der Zukunft liegende höchste Erkenntnis,
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Margarethe im Unterschied dazu um die Erfahrung der
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absoluten Liebe. Das eine braucht den Augenblick als nicht zu
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übersteigenden Höhepunkt, das andere zwingt dazu, ihn hinter
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sich zu lassen. Dass Faust im Angesicht des Todes23 zu einer
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