40 lines
2.1 KiB
Markdown
40 lines
2.1 KiB
Markdown
B. Satirs „Rationalisieren“ nur als vereinfachende Zuspitzung zu
|
|
verstehen, denn ein Sprechen ohne jede kinästhetische
|
|
Kontextualisierung erscheint mir unmöglich.
|
|
Grinder und Bandler gehen davon aus, dass jeder Mensch ein
|
|
bestimmtes Repräsentationssystem bevorzugt. Komplikationen
|
|
entstehen, wenn zwei oder mehrere Menschen in unterschiedlichen
|
|
Repräsentationssystemen miteinander kommunizieren und sie für das
|
|
der jeweils anderen keine oder nur schwache „Antennen“ haben.
|
|
Dann ist das notwendige wechselseitige „Andocken“ an die kognitivaffektiven
|
|
Schemata
|
|
erschwert,
|
|
und
|
|
es
|
|
entstehen
|
|
Verständigungsprobleme. Ein Mensch, der wenig Zugang zur
|
|
kinästhetischen Welt der Gefühle hat, also eher rationalisierend
|
|
kommuniziert, wird vielleicht die Botschaft „Wenn du das sagst, fühle
|
|
ich mich ganz schlecht in meinem Körper“ nicht verstehen. Er kann
|
|
eher auf eine auditive, die Situation klar definierende Botschaft
|
|
antworten, z. B. „Ich denke, dass dein Ärger durch deinen langen
|
|
Arbeitstag verursacht wurde“. Hilfreich ist es, gleichzeitig in zwei
|
|
Systemen zu kommunizieren, z. B. auditiv-sprachlich organisierte
|
|
Informationen durch eine visuelle Präsentation zu ergänzen. Wir alle
|
|
wissen, dass wir uns einem Vortrag, der durch Bildprojektionen
|
|
unterstützt wird, eine längere Zeit aufmerksam zuwenden können als
|
|
einem reinen Wortvortrag. Filme werden als visuelles und auditives
|
|
Erleben noch eindrücklicher, wenn sie durch eine zum szenischen
|
|
Verlauf passende Musik „untermalt“ werden. Die Musik wird zunächst
|
|
auditiv wahrgenommen und regt dann das kinästhetische
|
|
Repräsentationssystem, also Gefühle und Körperempfindungen, an.
|
|
Wir erleben uns dann gleichzeitig kognitiv aufmerksam, gefühlsmäßig
|
|
identifiziert und körperlich entspannt. In diesem Fall aktivieren die
|
|
angebotenen Informationen alle drei Repräsentationssysteme. Dieses
|
|
Modell erklärt m. E. auch die allseitige Beliebtheit von
|
|
Multimediaangeboten.
|
|
Für die systemische Praxis hat das Modell zwei Konsequenzen.
|
|
|
|
Pädagogische bzw. therapeutische Angebote können zur
|
|
Erweiterung der kommunikativen Kompetenzen anregen, indem
|