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Vorwort
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Seit mehr als 50 Jahren leben wir Deutschen (West) in einer
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Demokratie, der bisher längsten in unserer Geschichte. Sie brachte
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den meisten Menschen einen bislang unbekannten Wohlstand,
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brachte Rechtssicherheit und eine freie Presse. Aber sie brachte auch
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neue Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten, brachte einen sich
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beschleunigenden
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gesellschaftlichen
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Wandel
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brachte
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Informationsüberflutung und Orientierungslosigkeit, was sich nicht
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zuletzt in immer häufiger zerbrechenden Familien und sich immer
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ratloser zeigenden Eltern und Erziehern zum Ausdruck bringt.
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Und damit ergeben sich gerade für Sozialarbeiterinnen und
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Sozialarbeiter neue Auftragslagen, neue Problemsichten und neue
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Herausforderungen und zeigen sich damit auch nicht wenige
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(scheinbare oder wirkliche) Widersprüche. So sollen sie etwa ihren
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Klienten beratend und unterstützend zur Seite stehen, aber auch mit
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dafür sorgen, dass die Rechte und die Würde einzelner Menschen
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und Gruppen nicht verletzt werden. Die Schwierigkeiten, die aus
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einem solchen doppelten Mandat erwachsen können, zeigen sich
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beispielhaft an einem Geschehen wie dem des sexuellen
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Missbrauchs.
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Denn hier haben sich die in der Sozialarbeit Tätigen etwa zu
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fragen: Ist der Auftraggeber das missbrauchte Kind, obwohl es
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diesen Auftrag selbst nicht formulieren kann? Bringen hier einzelne
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oder alle Familienmitglieder (sei dies offen, sei dies verdeckt) den
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Auftrag, etwas in ihren Beziehungen zu verändern? Sind
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gesellschaftliche Institutionen der oder die Auftraggeber? Solche
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Uneindeutigkeit der Auftragslage spiegelt sich bereits in den
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unterschiedlichen hier verwendeten Begriffen wie Patient, Klient,
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