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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 167 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
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6. Sozialräumliche, integrierte und flexible Jugendhilfe im Gemeinwesen
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– Karl muss die Klasse aufgrund seines fehlenden Leistungsverhaltens (beteiligt sich kaum im Unterricht, ist oft unaufmerksam, hält
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sich nicht an Vereinbarungen) und seiner schlechten Noten wiederholen.
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– Er ärgert sehr häufig seine Schwester.
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– Die Eltern haben sich kurz nach Karls stationärer Unterbringung in
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der Kinder- und Jugendpsychiatrie getrennt. Karl fühlt sich dafür
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verantwortlich.
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– Die Konflikte kehren ständig wieder, obwohl schon viel ausprobiert
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wurde.
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• Die Familie unternahm folgende Lösungsversuche:
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– Von April 1998 bis Mai 2000 war Karl in ambulanter kinderpsychiatrischer Behandlung.
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– Dann war er vier Monate (August bis November 2001) in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Schwerpunkte der Arbeit dort waren:
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Durchführung eines Sozialen Kompetenztrainings, Bearbeitung
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der Konflikte zwischen Karl und seinen Eltern, zwischen Karl und
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seiner Schwester. Eine Fortführung des sozialen Lernens in einer
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Sozialen Gruppenarbeit wurde empfohlen, und das Jugendamt
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wurde einbezogen.
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– Eine Nachbetreuung durch eine ambulant behandelnde Ärztin
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wurde angeboten und für kurze Zeit von der Familie angenommen.
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– Ein Schulwechsel stand aufgrund eines Umzugs der Familie an.
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Die Familie erhoffte sich davon, dass Karl wieder unvorbelastet in
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der neuen Schule starten könnte.
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• Im Beratungsgespräch wurden folgende Veränderungswünsche und
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Ziele formuliert:
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– Karl möchte mit seiner Schwester besser auskommen, ebenso mit
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seinen neuen Mitschülern. Er möchte Konflikte selber lösen, und er
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möchte nicht der einzige Schuldige für die familiäre Situation sein.
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Immer solle nur er sich ändern. Das empfinde er als ungerecht.
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– Herr F. möchte trotz der räumlichen Trennung von seiner Familie
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ein »geregeltes Familienleben« aufrechterhalten. Wichtig sei ihm
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dabei, dass die Kinder ihn regelmäßig an den Wochenenden und in
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den Ferien besuchen. Zusätzlich möchte er die unregelmäßigen
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Kontakte zu den Kindern und seiner getrennt lebenden Frau in ihrer Wohnung gern beibehalten. Auch Informationsaustausch und
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Absprachen mit Frau F. über die Erziehung der Kinder seien ihm
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nach wie vor wichtig.
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– Frau F. wünscht sich, dass Anrufe von Lehrerseite aufhören, in denen geschildert werde, wie unmöglich sich Karl verhalte. Sie erhoffe
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sich auch weniger Geschwisterstreitigkeiten und dass Karl »keine
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dummen Sachen« mehr anstelle. Darüber hinaus möchte sie ihren
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