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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 140 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
Peter Ahrens, Eyke Baum, Monika Gessner, Annette Heyd, Elke Looft und Heike Richter
7.2 Kooperation der SOS-Kinder- und Jugendhilfen mit Schulen
Die Kooperation mit Schulen unterstützt unseren Ansatz, systemisch,
niedrigschwellig, sozialräumlich und präventiv zu arbeiten. Sie ermöglicht uns, Unterstützungsangebote frühzeitig zu machen. Dies
erhöht die Wirksamkeit von Hilfen.
Wir arbeiten sowohl mit Schülerinnen, Lehrerinnen als auch mit
Eltern zusammen.
Durch frühzeitiges Einsetzen der Hilfen können Etikettierung
und Ausgrenzung verhindert werden. Schülerinnen werden ganzheitlich wahrgenommen. Ihnen, ihren Eltern und Lehrerinnen stehen bei
Problemen neutrale Ansprechpartnerinnen zur Verfügung.
Schulen haben darüber hinaus die Möglichkeit, sozialpädagogische Ansätze in ihre Arbeit zu integrieren. Außerdem können Schülerinnen selbstverständlich die präventiven Angebote im teiloffenen
Treffpunkt und die Beratungs- und Betreuungsangebote in Anspruch
nehmen. Der Zugang wird ihnen dadurch erleichtert, dass sie bereits
Mitarbeiterinnen kennen, an die sie sich wenden können (s. auch Abschnitt 8.3).
7.3 Schulsozialarbeit
Jugendsozialarbeit an Schulen will dazu beitragen, junge Menschen
in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung zu fördern und Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen.
Als präventives Angebot soll Schulsozialarbeit ihren spezifischen
Beitrag zur Gestaltung der Schule als Lebensraum und als Sozialisationsort von Kindern und Jugendlichen leisten sowie die Schule bei ihrer Öffnung ins Gemeinwesen unterstützen. Zwar sind die Schülerinnen Ansatzpunkt der gesamten Arbeit, die Schulsozialarbeit vermeidet jedoch einseitige Parteinahme. Sie folgt dem Prinzip der
Allparteilichkeit und vertritt einen lösungsorientierten Ansatz entsprechend der systemischen Sichtweise. Die Schule wird für sozialpädagogische Sichtweisen und Methoden sensibilisiert, der Handlungsspielraum der Lehrerinnen wird erweitert.
Schwerpunktmäßig hat Schulsozialarbeit sich um die in ihrer persönlichen Entwicklung gefährdeten, sozial ausgegrenzten, benachteiligten Schülerinnen zu kümmern. Weitere Etikettierung und Ausgrenzung, z. B. durch Umschulung, kann eventuell vermieden werden.
Die Angebote und Aktivitäten werden auf den Bedarf der jeweiligen
Schule zugeschnitten. Sie richten sich an den unterschiedlichen Ziel140