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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 13 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
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1. Systemische Kinder- und Jugendhilfe – Eine Skizze
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der Folge zu einer positiveren Darstellung des Kindes durch die Eltern
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führen;
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• Vorurteile – ein vorgängiges Aktenstudium kann zu einem Verlust
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der professionell notwendigen Neutralität führen und ein neues Hilfeersuchen der Familie in den gleichen Bürokratie- und Kommunikationssackgassen enden lassen wie die bisherigen Anläufe;
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• Überweisungskontext – die Erwartungen der Familie, aber auch der
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Sozialarbeiterin beim Erstkontakt werden auch durch zur Inanspruchnahme der Hilfe ratendende Dritte beeinflusst; was erwartet
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der Kinderarzt von der Sozialarbeit, wenn er sagt, »das Problem ist
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psychisch oder familiär begründet, also gehen Sie mal zur Erziehungsberatungsstelle«, die Lehrerin, wenn Sie wegen Verhaltensauffälligkeiten in der Schule zum Kontakt mit dem Jugendamt rät, oder
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die Polizei, die ein beim Klauen erwischtes Kind dem Jugendamt
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zwecks weiterer Maßnahmen meldet?
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2.3 Zirkularität
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Alle Verhaltensweisen, Gedanken, Gefühle und physiologischen Prozesse von Mitgliedern eines Systems sind direkt und indirekt miteinander verknüpft und voneinander abhängig. Diese Verknüpfungen
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und Abhängigkeiten sind prima vista oft nicht zu bemerken, sondern
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eröffnen sich der Beobachterin, wenn sie die Muster und Feedbackschleifen »hinter« dem beobachtbaren Verhalten rekonstruiert. Ein
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bemerkenswert klares Beispiel hierfür finden wir – wie so oft – nicht
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der Wissenschaft, sondern in den Kreationen von Künstlerinnen –
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hier in einem Gedicht von Joachim Ringelnatz:
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Aus meiner Kindheit
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Vaterglückchen, Mutterschößchen,
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Kinderstübchen, trautes Heim,
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Knusperhexlein, Tantchen Röschens
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Kuchen schmeckt wie Fliegenleim.
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Wenn ich in die Stube speie,
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Lacht mein Bruder wie ein Schwein.
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Wenn er lacht, haut meine Schwester.
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Wenn sie haut, weint Mütterlein.
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Wenn die weint, muß Vater fluchen.
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Wenn er flucht, trinkt Tante Wein.
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Trinkt sie Wein, schenkt sie mir Kuchen:
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Wenn ich Kuchen kriege, muß ich spein.
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(Joachim Ringelnatz, aus dem Gedichtzyklus
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Reisebriefe eines Artisten von 1927)
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