2026-001/documents/theory/diagnostics/systemische-kinder-und-jugendhilfe/pages/009.md

28 lines
2.3 KiB
Markdown
Raw Blame History

This file contains ambiguous Unicode characters

This file contains Unicode characters that might be confused with other characters. If you think that this is intentional, you can safely ignore this warning. Use the Escape button to reveal them.

WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 9 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
Zur Einführung
zentraler Knoten als Garant gesetzlicher Rechte und Pflichten, als Planungs- und Koordinierungsinstanz sowie als Träger
der Bezirkssozialarbeit, die den ersten und meistens auch den
längsten Kontakt mit den Menschen herstellt, die sich in chronischen oder akuten Krisen befinden und der Hilfe eines (hoffentlich) neutralen Dritten bedürfen. Die Beiträge dieses Buches zeigen, dass die Jugendämter sich seit Einführung des
KJHG als lernende Organisationen erwiesen haben.
4. Das Sozialarbeitskonzept der Partizipation und die systemische Idee nicht instruierbarer und nichttrivialer Systeme haben
in ihrer Kombination zu beeindruckenden Konzepten der Beteiligung von Jugendhilfeadressatinnen in allen Phasen des
Hilfeprozesses geführt. Dass dies nicht nur ein notwendiges
ethisches Postulat ist, sondern darüber hinaus ein Konzept, das
Erfolge in der konkreten Arbeit wahrscheinlicher macht, zeigen einige Beiträge sehr deutlich.
5. Systemische Methoden und systemisches Denken passen gut
in die tägliche Jugendhilfepraxis, weil es hier vor allem um Beziehungen und Kontextabhängigkeiten geht. Die Einführung
dieser Gesichtspunkte in die traditionellen Hilfen zur Erziehung haben diese entwickelt, verändert und vielfältiger gemacht. Hier gibt es noch viel Potenzial für die Zukunft, und ich
hoffe, dass die neoliberale Wende in Politik und Gesellschaft
die seit Beginn der 1990er-Jahren entstanden Strukturen nicht
zerstören oder ihre Weiterentwicklung verhindern wird. Aber
das liegt auch an uns.
Ich verwende im Text in den meisten Fällen die weibliche Schreibweise, um u. a. darauf aufmerksam zu machen, dass zumindest die
Mehrzahl der Jugendhilfefachkräfte weiblichen Geschlechts sind.
Hinsichtlich der Nutzerinnen fehlt mir der Überblick. Wenn konkret
Frauen und Männer gemeint sind, verwende ich möglichst die zusammengezogene Schreibweise mit Majuskel, also »NutzerInnen«.
Wenn ein ganz konkreter Mensch gemeint ist, benutze ich die entsprechende Geschlechtsform.
Ich danke allen Autorinnen und Autoren für ihre Mitarbeit bei diesem Projekt, aber auch allen Menschen, die durch ihren Kontakt zu Jugendhilfeeinrichtungen an der Entwicklung der vorgestellten systemischen Konzepte einen wichtigen Anteil haben.
9