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wenige von ihnen erreichen kann (Schachtner/Weiß 2019; Franz
Ruppert 2020; https://www.rubikon.news/artikel/der-hass-der-ungeliebten, Abruf: 17.08.2020). Dieses Schwer halten jedoch kann
zu einer intoleranten Atmosphäre führen, in der die Pädagog*innen
ausschließlich damit beschäftigt sind, den Tagesablauf abzusichern.
Leben von Partizipation und Traumabewältigung sind dann nicht
möglich. Ein verantwortlicher und reflexiver Umgang mit Macht
im pädagogischen Alltag, in den Teams und in den Einrichtungen
ist eine unabdingbare Voraussetzung für (Trauma-)Pädagogik.
Kinder sind Expertinnen und Experten ihrer Lebenslage und ihrer
Geschichte, sie sind insofern auch Spezialisten für schwierige
Lebenslagen und sollten spätestens aus diesem Grund Subjekt, nicht
Objekt der Hilfeplanung, der Erziehungsplanung und der Pädagogik
sein. Treten wir ihnen mit Respekt gegenüber. Respekt vor dem,
was Philipp und Jana in ihrem kurzen Leben bereits geleistet haben.
Respekt vor der Kraft, mit der sie sich um ihre Geschwister und
ihre Eltern bemühen. Respekt vor den Anstrengungen, mit denen
sie ihre leidvollen Erfahrungen verarbeiten. Es kommt darauf an,
ihnen mit Hoffnung und Vertrauen zu begegnen und sie nicht auf
die traumatischen Erlebnisse und die Folgen zu reduzieren, z. B. mit
dem Begriff herausfordernde Lebensumstände.
Ich höre schon meine pädagogischen Kolleg*innen: Was sollen
wir noch alles tun!? „Hochspezialisierte Einzelaufgaben“ in einem
entspezialisierten Kontext und in einer „besonderen Dichte und
Schnelligkeit mehrerer parallel zueinander verlaufender Interaktionsprozesse“ (Schwabe 2000, S. 96) verweisen auf die Notwendigkeit von Beschränkung und Kräfteökonomie. Ich weiß aber
auch von dem Zuwachs an Handlungswirksamkeit und beruflicher
Zufriedenheit durch die Auseinandersetzung mit diesen Themen
(Weiß 1999; Krautkrämer-Oberhoff et al. 2014). In traumapädagogischen Weiterbildungen bemerke ich eine zum Handeln befreiende Kraft des Wissens um die Auswirkungen von traumatischen
Erfahrungen: Durch die Auseinandersetzung mit der Traumapädagogik erreichen sie so berichten Pädagog*innen größere
Bestimmtheit und Präzision im pädagogischen Handeln: „Die
Sprache der Pädagogen ist weit, die Sprache der Traumapädagogen ist
präziser. Unsere Sprache ist klarer.“ Eine anfängliche Skepsis wird zur