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Eine Kultur des Hinhörens entwickeln
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Das Sprechen über sexuelle Gewalt ist nicht einfach, gerade auch
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gegenüber professionellen Bezugspersonen. 30 % der Jugendlichen
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in stationären Einrichtungen erzählten die Vorfälle einer Freundin,
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einem Freund, 17 % den Mitarbeiter*innen in der Einrichtung.
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Nur die Hälfte der Jugendlichen, die in stationären Einrichtungen
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sexuelle Gewalt erlebt hatten, teilten dies anderen mit und bezogen
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nur zu 69 % erwachsene Bezugspersonen ein (DJI 2017, S. 17). Ein
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Fünftel der Jugendlichen, die berichtet haben, waren unsicher,
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ob ihnen geglaubt würde. 17 % würden nie wieder mit jemanden
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sprechen, 18 % wahrscheinlich und 12 % auf gar keinen Fall (ebd.,
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S. 18). Nicht selten hängt die Scheu über sexuelle Gewalt zu reden
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mit dem Gruppenklima und dem Klima der Einrichtung zusammen.
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Ein positives Gruppenklima, das durch Vertrauen gegenüber den
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Kindern und Jugendlichen als auch den Mitarbeitenden geprägt ist,
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bedeutet subjektive Sicherheit und das Gefühl von Geborgenheit. Es
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ermöglicht eher das Reden über alle Formen von Gewalt und geht
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mit weniger Übergriffen einher (ebd., S. 22). Eine vermeidende
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Kultur im Umgang mit Konflikten erhöht die seelische Belastung
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der Kinder und Jugendlichen. Dies lässt sich auch auf die gesamte
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Institution ausweiten. Eine Basis für ein gutes Gruppenklima sind
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fachliche Anerkennung und Offenheit zwischen Pädagog*innen
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und Leitungen.
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Wenn in den Gruppen und den Einrichtungen sexuelle Übergriffe in Ruhe thematisiert werden können, die Kinder und Jugendlichen einbezogen sind, können sie eher erzählen. Eine angemessene
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Aufklärung über Täterstrategien minimiert Schuld und Scham.
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Projekte wie das Präventionsprogramm PräviKIBS (Kinderschutz
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München, Beratungsstelle KIBS) und die in Kapitel elf beschriebene
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Traumainformierte geschlechtsreflektierende Pädagogik und
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Sexualpädagogik sind gute Wege zu einer Kultur des Hinhörens
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und des Miteinanders. Das bestätigt letztendlich die Studie des DJI
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mit gleichem Namen (2017). Erst mit dieser Kultur werden Schutzpläne nachhaltig wirksam.
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