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162
der 68er populär. Eine in Frankfurt/M. gebildete Kampfgruppe
ehemaliger Fürsorgezöglinge forderte die Aufstellung eines geheim
gewählten unabhängigen Heimrates, der alle Entscheidungen im
Heim fällt (vgl. Kappeler/Hering 2017)
Die Menschen im AWZ mit denen ich seit 2015 zusammenarbeiten darf haben einen sehr beeindruckenden Heimrat:
„Der Lui-Rat (LuiRat, weil die Einrichtung in St. Ludwig ist,
Anm. der Verf.) ist ein Gremium aus Mädchen, jungen Frauen,
pädagogischen Fachkräften und der Leiterin des Antonia-WerrZentrums. Partizipation ist ein zentraler und für alle Betreuten und
Mitarbeiter*innen wichtiger Baustein unseres Konzeptes. Der Rat
beschäftigt sich mit den Anliegen und Wünschen der einzelnen
Gruppenmitglieder und ist beteiligt an der Konzeptentwicklung
und Ausgestaltung unserer Hilfen. Jede Gruppe hat eine Vertreterin
gewählt, welche sich einbringt und einen direkten Einfluss auf Entscheidungsprozesse hat.“ (Sauerer/Expertinnen 2018, S. 100). Die
Rätinnen arbeiten an Konzepten mit wie z. B. zum Umgang mit
selbstverletzendem Verhalten oder dem Leitbild. Sie haben eine
Satzung und Leitlinien für ihre Arbeit erstellt. „Denn ohne ein Miteinander und Füreinander für eine bessere Zukunft sind Qualitätskriterien nur lieb- und leblose Empfehlungen. Der wahrhaftige
Wille und eine Zustimmung, durchdrungen auf allen Ebenen ist
Grundvoraussetzung für eine echte Teilhabe.“ (ebd., S. 107). Die
Wirkkraft einer gelebten Partizipation beschreibt eine junge Frau
aus dem LuiRat:
„Mitwirkung lohnt sich, Veränderung ist möglich! Mir ist es nochmal wichtig,
hier klar und deutlich zu sagen, dass ihr genauso viel wert seid wie die Erwachsenen. Ihr alle habt eine Stimme, die wichtig und groß ist. Ihr könnt mit
eurer Stimme so vieles verändern. Ihr könnt so viel bewirken, was nicht nur
wichtig für euch/dich ist, sondern auch für jeden anderen Jugendlichen. Nutzt
diese Chance, denn eure Stimme kann alles verändern. Glaubt an euch und
lasst euch von niemandem unterdrücken oder klein reden. Ihr könnt mit eurem
Glauben an euch Welten bewegen und verändern. Wir haben es z. B. geschafft,
faire Handyregelungen für alle Mädchen zu finden und ihnen gemeinsam mit
der Leitung ermöglicht, einen Chill-Raum einzurichten, den wir selbst beaufsichtigen. Wir stellen Anträge an die Gruppenleiterinnenrunde, die dort