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Abbildung 3: Traumapädagogische Bindungskonzepte
Bindungsbalance stellt einen mittleren Abstand und die Balance
zwischen distanzierter professioneller Reflexion und persönlichem
Engagement her: „Als Modell für eine gute Beziehungsgestaltung
fungiert für uns die Grundhaltung der Dialektisch Behavioralen
Therapie von Marsha Linehan, der mittlere professionelle Beziehungsabstand und die Achtsamkeit auf die Grenzen der
professionellen Helfer.“ (Schmid 2008, S. 8)
Für belastete Kinder ist die Erfahrung, sie haben für jemanden
Bedeutung, oft ganz neu. Sie beschreiben viele Jahre später die eine
Stunde, den einen Moment, als die Kollegin, der Kollege für sie Zeit
hatte und etwas Besonderes unternommen, vielleicht besonders
zugehört hat, als exklusiv. Diese exklusive Beziehung (Weiß 2003)
schließt nicht andere Kinder oder Pädagog*innen aus, sie schließt
exklusive Momente ein. Die Heimerziehungsforschung ist eindeutig:
Diese exklusiven Momente können die Nachteile der institutionellen
Bedingungen wie Schichtdienst, Pädagog*innenwechsel, Beziehung
als Broterwerb teilweise ausgleichen: „Sie suchen weiterhin nach
dem Verlorenen oder erfolglos Gesuchten, nach Erwachsenen, die
persönliche Verantwortung gerade für sie übernehmen würden, zu
denen sie gehören konnten.“ (Wieland et al. 1992, S. 95)