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Selbstbild mit entschuldbaren Fehlern und Vorzügen entwickeln.
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Sie sind in ihrer Selbstwahrnehmung, in der Wahrnehmung von
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anderen und der Umwelt beeinträchtigt. Ihre Selbstregulation ist
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auf das Notwendigste, das Überleben, beschränkt. Das nicht angemessene Selbstbild macht anfällig für Anpassung, Scham und
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Zweifel. Sprachlosigkeit, Angst und Schuldgefühle können zu einem
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‚Leben im inneren Versteck‘ (Jegodtka 2013, S. 139) führen. Scham
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und Schuldgefühle, also die Selbststigmatisierung sind für nicht
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wenige süchtige Frauen der Anlass zu Konsum von Alkohol und
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Drogen (Vogt et al. 2015, S. 62 ff.), die Selbststigmatisierung habe
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sich fest in ihrem Selbstbild verankert und blockiere die Suche nach
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Hilfe (ebd., S. 65) Manche fühlen sich lebenslang schuldig: „[…] ich
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habe mich fünfzig Jahre lang dafür geschämt, dass mich jemand
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missbraucht.“ (Kavemann et al. 2019, S. 50)
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Diese widersprüchlichen und schwierigen Selbstbilder können
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zu Bewusstseinsspaltungen führen, in extremen Fällen zu neuen
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Persönlichkeiten (Herman 1993, S. 149). Ferenczi beschrieb
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diesen Prozess als ‚Atomisierung‘ der Persönlichkeit. Er ist eine
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Anpassungsstrategie und erlaubt es den Mädchen und Jungen,
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Hoffnung und Bindungen zu retten:
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Laura, in der Rolle des überhöhten Kindes, sorgte für die Familie. Laura, das
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erniedrigte Kind, wurde vom Stiefvater sexuell missbraucht. Laura kann diese
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unterschiedlichen Erfahrungen nicht in ihr Selbstbild integrieren. Sie muss
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spalten.
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Laura, Philipp und Jana fällt es auch heute noch schwer, sich
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selbst als aktiv, einflussreich und wirkmächtig zu erfahren. Trotz
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großer Kreativität – Philipp malt und kocht fantastisch, Jana hält
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die Kindergruppe mit Witz und Ideenvielfalt in Schwung – halten
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sich beide für hilflos und abhängig von mit Macht ausgestatteten
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Bezugspersonen (Zitelmann 2001, S. 235 ff.). Philipp sieht sich heute
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nicht mehr mit den Augen der traumatisierenden Personen, er fragt
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bereits „Wer bin ich?“.
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