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Es ist davon auszugehen, dass sexuelle Gewalt zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen der emotionalen, kognitiven und
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sozialen Entwicklung führen kann, zu spezifischen Schädigungen in
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der Entwicklung des → Körperschemas und der psychischen Identität. Betroffene müssen sich mit Gefühlen wie Ekel, Verwirrung,
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Hilflosigkeit und Scham auseinandersetzen, wobei bei Menschen,
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die sexuelle Gewalt innerfamiliär überstehen mussten, die Gefühle
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Ekel und Hilflosigkeit hohe Werte aufweisen (Bange 1992, S. 149).
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Auch Wut, Sprachlosigkeit, Angst, Hass, Trauer und Schuld können
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Folgen sexueller Gewalt sein. Die Menschen entwickeln dissoziative
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Strategien, um diesem extremen Gefühlswirrwarr und -druck zu
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entgehen. Nicht selten sind sexuelle Gewalterfahrungen mit anderen
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Erfahrungen von Missbrauch gekoppelt. Das hat ebenso Einfluss
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auf die Folgen, wie die Reaktionen des sozialen Umfeldes auf die
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Aufdeckung der erlebten sexuellen Gewalt (Kavemann/Helfferich/
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Nagel 2017, S. 164 ff.).
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Sexuelle Verhaltensauffälligkeiten und auch andere Auffälligkeiten wie z. B. Esssucht, Wegträumen, Sprachlosigkeit sind
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Strategien, das Erlebte zu überleben. Egal wie ver-rückt diese Verhaltensweisen sind, damit schützen sich die Mädchen und Jungen
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vor Schlimmerem. So war lange Zeit unklar, warum die Eigenschuld
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sich so hartnäckig in der Seele festsetzte. Einerseits wird die reale
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Schuld des Täters zum Schuldgefühl des Opfers, es geschieht die →
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Introjektion der Schuldgefühle des Erwachsenen“ (Ferenczi 1933,
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S. 308), andererseits nehmen wir heute an, dass Schuld – da sie aktiv
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ist – leichter auszuhalten ist als Ohnmacht. Vielleicht fühlen sich die
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Kinder auch schuldig, weil sie trotz Enttabuisierung immer noch
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glauben, sie sind allein betroffen; deshalb müssen sie selbst Anlass zu
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dem sexuellen Missbrauch gegeben haben (vgl. Enders 2001, S. 136).
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Lauras Bewältigungsstrategie ist auch eine geschlechtsspezifische und zeigt den Zusammenhang zwischen Geschlecht und Bewältigungsprozessen deutlich. Das zentrale Prinzip der ‚männlichen‘
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Verarbeitung sei die Formel ‚Ich hatte immer alles unter Kontrolle‘,
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während „[…] wenigstens für einen Teil von Frauen in unserer
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Gesellschaft eine Opferrolle durchaus als ‚identitätsstiftend erlebt‘
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wird“ (Fegert 1995, S. 295), Hinweise auf alternative Verarbeitungsstrategien der Geschlechter.
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