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Raw Blame History

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S. 63)2 räumt Wilma Weiß den Wahrnehmungen und Perspektiven der Kinder und Jugendlichen immer wieder den zentralen Raum für Verstehensprozesse ein. Dass Problemlagen und Störungen immer eine biografisch verwurzelte Dimension enthalten, damit immer als Bewältigungsversuche zu interpretieren sind und insofern über die Arbeit im Alltag auch verstehbar und veränderbar sind, zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch. Zahlreiche Fallsequenzen stehen für den konkreten Transfer verstehensorientierter Inhalte in die Praxis. Hintergrundwissen über Trauma wird so bereitgestellt, um verstehend, sicher und kompetent handeln zu können. Diese konsequent dialogisch und partizipativ ausgerichtete Haltung ist jedoch nur möglich auf der Basis (selbst-)reflexiver Fachkräfte, Teams und Institutionen. Alle drei Instanzen müssen lernfähig sein und bleiben auch über zuweilen unüberwindliche Schwierigkeiten und Hindernisse hinweg. Insofern arbeiten Professionelle in psychosozialen Arbeitsbereichen stets mit der eigenen Person oder besser: durch sie hindurch. Seit einigen Jahren haben traumapädagogische Konzepte erfreulicherweise an Verbreitung gewonnen, mit denen die Mitarbeiter*innen durch spezifische Fort- und Weiterbildungen einerseits und durch die Schaffung tragfähiger Strukturen in den Institutionen andererseits bei ihrer anspruchsvollen Aufgabe unterstützt werden. Es wundert nicht, dass Wilma Weiß diese Entwicklung mit diesem Buch und darüber hinaus maßgeblich angestoßen und vorangebracht hat. Bücher wie Philipp sucht sein Ich könnten konzeptionelle Weiterentwicklungen innerhalb der Heimpädagogik, der stationären Jugendhilfe und auch der Kinder- und Jugendpsychiatrie befördern helfen und Anregungen für weitere Arbeiten in diesem Versorgungssegment bieten. Auf diese Weise könnte sich auch das schlechte Selbst- und Fremdbild der beteiligten Berufsgruppen in ein qualifizierteres und auch anerkannteres Selbst- und Fremdverständnis verändern, um der anspruchsvollen Arbeit den Respekt und die Anerkennung zukommen zu lassen, den sie dafür verdient. Das Buch 2

Sobczyk, M. (1993): Die pädagogisch betreute Wohngruppe. Organisations­ strukturelle Rahmenbedingungen und pädagogisch-therapeutische Ansätze stationärer Betreuung und Förderung verhaltensauffälliger Jugendlicher. Regensburg: CH-Verlag.