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384
Die Pädagogik der Selbstbemächtigung Eine traumapädagogische Methode
für ihre Arbeit erstellt. »Denn ohne ein Miteinander und Füreinander für eine
bessere Zukunft sind Qualitätskriterien nur lieb- und leblose Empfehlungen. Der
wahrhaftige Wille und eine Zustimmung, durchdrungen auf allen Ebenen ist
Grundvoraussetzung für eine echte Teilhabe« (ebd., S. 107). Die Wirkkraft einer
gelebten Partizipation beschreibt eine junge Frau aus dem Lui-Rat: »Mitwirkung
lohnt sich, Veränderung ist möglich! […] Wir haben es z. B. geschafft, faire Handyregelungen für alle Mädchen zu finden und ihnen gemeinsam mit der Leitung ermöglicht, einen Chill-Raum einzurichten, den wir selbst beaufsichtigen. Wir stellen Anträge an die Gruppenleiterinnenrunde, die dort behandelt werden müssen. […] im
Vorbereitungsteam für unser Jubiläum war eine Rätin unter allen Mitarbeitern dabei
und hat mitentschieden, wie wir das Jubiläum gestalten wollen und wo unser Rat
seinen Platz findet. Die Begrüßung, also die erste Rede vor allen anderen, haben wir
gehalten und die Gäste begrüßt. […] ihr seht, es lohnt sich, macht Spaß und es ist voll
schön, mitzugestalten« (ebd., S. 99).
Ein Heimrat muss wenn er wirkmächtig sein soll in viele Ebenen der Institution einwirken, z. B. in pädagogischen Konferenzen seine Anliegen diskutieren
können. Der Kontakt zur Leitung sollte in welcher Form auch immer möglich
sein. Im AWZ ist der Heimrat Chefinnensache, sicher eine Grundlage seiner hohen Wirksamkeit. »Für Kinder und Jugendliche ist es dabei von entscheidender
Bedeutung, dass Beteiligung unmittelbare Ergebnisse hervorbringt« (Kühn 2013,
S. 140; Mascenaere ausführlich i. d. B.). Die Wirkkraft partizipativer Strukturen als
ein auf die Gemeinschaft bezogener Akt der Selbstbestimmung (Bönisch/Schröer
2007, S. 193) sei nicht zu unterschätzen.
Hilfeplanung als Selbstbemächtigung
Hilfeplangespräche haben große Wirkung. Die Kinder und Jugendlichen haben
vielleicht Angst vor den Ergebnissen, vor den weitreichenden Entscheidungen,
die »über« sie getroffen werden, und Angst, dass ihre Wünsche nicht gehört werden. Alle Menschen haben eine innere Vorstellung von sich und von ihrem Platz
in der Welt. Mädchen* und Jungen* aus herausfordernden Lebensumständen haben in die Regel eine negative Vorstellung, »die traumatische Erwartung« (Pynoss
et al. 2000, S. 285). Mögliche Korrekturen dieser Erwartung werden behindert,
wenn wir diese »traumatische Erwartung« und ihre Korrektur in der Hilfeplanung nicht ausreichend und von Anfang der Hilfestellung an beachten. Vielleicht
sehen sie ihre Situation hoffnungsloser als sie ist. Sie erkennen Wachstumschancen und Unterstützer*innen nicht. Im Gegensatz hierzu können die innerliche
Wahrnehmung und das Gefühl, dass die gegebene Situation eine Struktur und
Bedeutung hat und es Möglichkeiten des Handelns gibt, die Mobilisierung innerer Kräfte anschieben bzw. stärken. In einer Erörterung des Expert*innenrates
über gute Pädagogik wurde die Bedeutung der kognitiven Auseinandersetzung