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Zwangsmigration und Traumatisierung
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Rückschlüsse für die pädagogische Praxis
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Ausgehend vom Modell Sequenzieller Traumatisierung lässt sich somit zeigen: Die
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Jugendlichen treffen in den Sequenzen drei bis sechs oft auf hoch engagierte Fachkräfte. Gleichwohl ist die äußere Situation für die Jugendlichen selbst (Aufenthaltssituation, vielfach schwierige Familiendynamik oder fehlender Kontakt zur
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Familie) sowie auch für die Fachkräfte (fehlende Supervision) durch unsichere
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Bedingungen gekennzeichnet. Diese Rahmenbedingungen wirken zurück auf die
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unmittelbaren Beziehungen (Müller 2021). Starke Ambivalenzen von Nähe und
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(diffusem) Fremdheitserleben, hohe Ich-Ideale bei Lernenden und Lehrenden sowie Schwierigkeiten, Grenzen der pädagogischen Beziehung einzuhalten, sind
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Auswirkungen jener sozialen Bedingungen.
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Mentalisierungsbasierte Zugänge zum Eigenen und Fremden im pädagogischen Miteinander (Gingelmaier 2017), die Mitarbeit von Eltern mit Zwangsmigrationshintergrund (Rossen/Hull 2013, S. 63) oder Unterrichtsmodule zur
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Identität (Adam/Inal 2013, S. 98ff.), stehen exemplarisch für Möglichkeiten der
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emotionalen, sozialen und kognitiven Unterstützung der betroffenen jungen Menschen in Jugendhilfe und Schule.
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Eine konzeptionelle Überladung scheint im Kontext von Zwangsmigration
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gleichwohl eher destruktiv zu sein, sind die Kinder und Jugendlichen doch ohnehin
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massiv mit Organisation (Aufenthaltssituation) und Förderprogrammen (Alphabetisierung, Nachhilfe) konfrontiert. Vielfach entspringt der Ruf nach einem Mehr an
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Handlungsansätzen auch weniger dem Bedürfnis der Kinder und Jugendlichen,
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sondern dem oben skizzierten Handlungsdruck aufseiten der Professionellen, der
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mit der ausgeprägten emotionalen Belastung der Fachkräfte zu tun hat. Viel mehr
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als eine hohe konzeptionelle Quantität ist ein sicherer Rahmen von Bedeutung, der
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für die schulische Traumapädagogik u. a. von Ding (2014) beschrieben wurde.
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Ganz ähnlich legt die Analyse von Interviews mit unbegleiteten minderjährigen
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Geflüchteten (Hargasser 2014) nahe, dass die Bewohner*innen einer Jugend-WG
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sich vor allem Empathie bei den Fachkräften, Beziehungsangebote sowie eine Ruhe
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und Sicherheit gewährleistende räumliche Ausstattung wünschen. Auch die Förderung von Selbstorganisationen der Kinder und Jugendlichen mit Fluchthintergrund
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und milieubezogene Teilhabe wirken traumaassoziierten Emotionen wie Hilfslosigkeit und Angst entgegen , denn sie entsprechen einer Anerkennung der biografischen und aktuellen Leistungen der schwer belasteten Kinder und Jugendlichen
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sowie gegebenenfalls ihrer Eltern. Die Grundlage eines Sicheren Orts bilden pädagogische Beziehungen, die stabil und transparent sind, gleichzeitig aber nicht emotional übergriffig. Übergriffigkeit entsteht dann, wenn im Bedingungsfeld massiver
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Traumatisierung Rettungsfantasien durch die Fachkräfte die Oberhand gewinnen
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und nicht ausreichend reflektiert werden können. Ist dies der Fall, kommt es regelhaft zu unvorbereiteten Abbrüchen.
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