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Bindung und Trauma – zwei antagonistische Systeme?
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kann jedoch nicht gelingen, ohne dass alle Fachkräfte über bindungstheoretische
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Grundlagen sowie Aspekte traumatischer Erfahrungen, Belastungen und Bewältigungsmöglichkeiten informiert sind (Gahleitner 2021, Kapitel 3–4; vgl. hier und
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im Folgenden auch Gahleitner 2011). Der vorliegende Artikel führt in die wichtigsten Grundlagen der Bindungstheorie und angrenzender Theorien ein, die
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traumapädagogischer Arbeit essenziell zugrunde zu legen sind.
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Bindung und Trauma – zwei antagonistische Systeme?
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In aller Regel haben Kinder und Jugendliche, die in die stationäre Jugendhilfe aufgenommen werden, traumatische Erfahrungen und fortgesetzte negative Beziehungserfahrungen gemacht. Diese Kombination von Schädigungen hat besondere
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Implikationen. Ein Trauma als ein »vitales Diskrepanzerlebnis zwischen bedrohlichen Situationsfaktoren und individuellen Bewältigungsmöglichkeiten« (Fischer/
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Riedesser 2020/2023, S. 88) entsteht durch ein erschütterndes Ereignis und geht
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mit Kontrollverlust, Entsetzen und (Todes-)Angst einher. Das Ausmaß der Traumatisierung ist abhängig von der Art, den Umständen und der Dauer des Ereignisses sowie vom Entwicklungsstand, in dem sich das Opfer zu diesem Zeitpunkt
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gerade befindet. Zu den Umständen zählt auch, ob es vor, während oder nach der
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Traumatisierung schützende Faktoren gegeben hat. Ein zentraler Schutzfaktor –
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stabile Bindungsverhältnisse – fehlt jedoch bei vielen Kindern und Jugendlichen
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mit traumatischen Erfahrungen in der Kindheit – bei Gewalt, Missbrauch etc. Tatsächlich erleben Kinder Gewalt überwiegend in engen (Bindungs-)Beziehungen
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bzw. in der Familie. Dies trifft insbesondere für Kinder vom Säuglingsalter bis zu
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14 Jahren zu (Ziegenhain/Künster/Besier 2017). Insofern sind hier Bindungsbeziehungen also ein gewichtiger Risikofaktor.
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Insbesondere frühe und anhaltende Traumata im sozialen Nahraum verursachen daher bei Kindern Phänomene psychischer Fragmentierung und Desintegration und erschüttern das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit in die Welt
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grundlegend. Diese Nichtverfügbarkeit stabiler Bindungspersonen erhöht nicht
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nur das Traumarisiko, sie stellt auch für sich alleine genommen ein Traumarisiko
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dar und erschwert zusätzlich viele Bewältigungschancen im weiteren Leben. Ein
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destruktiver Teufelskreis entsteht.
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Wenn Bindungspersonen emotional nicht (mehr) verfügbar sind, geht es immer um deren »Abwesenheit« bzw. um Trennung. Es handelt sich dabei um körperliche Abwesenheit und Trennung von der Bindungsperson – besonders dann,
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wenn diese Trennung unvermittelt stattfindet – und/oder um psychologische Abwesenheit bzw. um gestörte Kommunikation in der Beziehung des Kindes mit seiner Bindungsperson. Letztere betrifft fehlende emotionale Ansprechbarkeit der
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Bindungsperson bzw. ihre Unfähigkeit, das Kind in belastenden Situationen zu
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