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Partizipation
§ 41a Nachbetreuung: Junge Volljährige werden innerhalb eines angemessenen
Zeitraums nach Beendigung der Hilfe bei der Verselbständigung im notwendigen
Umfang und in einer für sie verständlichen, nachvollziehbaren und wahrnehmbaren Form beraten und unterstützt.
§ 42 Inobhutnahme: In Absatz 2 Satz 1 werden nach den Wörtern »während der
Inobhutnahme« die Wörter »unverzüglich das Kind oder den Jugendlichen umfassend und in einer verständlichen, nachvollziehbaren und wahrnehmbaren
Form über diese Maßnahme aufzuklären«. eingefügt (KJSG 2021).
Stärkung von Information und Beteiligung
der Hilfeadressat*innen in der Praxis mit der
Methode »WirkMit!«
Mit dem KJSG wurden also die Beteiligungsrechte der Hilfeadressat*innen gestärkt. Wie aber kann Partizipation auf dieser Grundlage in Zukunft besser gestaltet werden? Einen Ansatzpunkt bietet sicherlich die Hilfeplanung. Wie die Ergebnisse aus der wissenschaftlichen Begleitung des Dialogprozesses zur
SGB-VIII-Novellierung zeigen, fühlen sich junge Menschen und ihre Familien im
Rahmen der Hilfeplanung oft nicht informiert und beteiligt (Feist-Ortmanns/
Macsenaere 2020). Es besteht hier offensichtlich Handlungsbedarf, die Adressat*innen stärker zu aktivieren oder, noch besser, die Hilfeplanung von ihnen
und ihren Bedarfen aus zu gestalten. Vor diesem Hintergrund hat das Institut für
Kinder- und Jugendhilfe in Zusammenarbeit mit mehreren Jugendämtern und
Leistungserbringern die auch in einfacher Sprache nutzbare Methode »WirkMit!«
(siehe Abbildung) entwickelt (IKJ 2024): Auf Basis des Capability Approaches
(Sen/Nussbaum 1993) werden damit die Hilfeadressat*innen in einer spielerischen Form befähigt, ihre Lebenssituation und Hilfebedarfe auch nonverbal durch
das Setzen von Spielsteinen zu äußern. Dies stellt dann die Grundlage für eine
basale multiperspektivische sozialpädagogische Diagnostik und Hilfeplanung dar
(Macsenaere/Feist-Ortmanns 2022). Viele Rückmeldungen aus der Praxis der öffentlichen und freien Kinder- und Jugendhilfe zeigen, dass sich damit junge Menschen und ihre Familien als gehört, beteiligt und selbstwirksam erleben (Eichenberg 2023; Hermann 2023).