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Scham und Beschämung mit Blick auf Trauma
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wenig hoffnungsfroh. Ein Maßnahmenkatalog zum ›Umgang mit der Scham‹
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kann hier entsprechend nicht geleistet werden, vielleicht aber Skizzenhaftes zu einer tramapädagogischen Grundhaltung der Schamsensibilität. Wie könnte diese
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verstanden werden?
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Zunächst ginge es bei den vielen Formen der Scham um das Wiederaufrichten
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eines Schutzes. Martz und Lindy (2010) sprechen in der Arbeit mit Trauma von
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einer »Traumamembran«, welche als vorübergehende psychosoziale Struktur zur
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Förderung von Anpassung und Heilung zu bilden wäre, da sie als intrapsychische
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und interpersonelle Vermittlerin zwischen Person, traumatischen Wiedererleben
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und alltäglichen durch die Außenwelt stimulierten Erinnerungen an das traumatische Ereignis fungiert (S. 27). Hierin ist deutlich die Metaphorik einer Schutzhülle
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aufgegriffen, die wie wir gezeigt haben, das Thema der Scham von Anfang an begleitet; eine Membran wäre eine relativ dünne Schicht, welche die drohende
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»Überflutung« der Psyche mit traumatischem Wiedererleben angemessen reguliert. Wenn Scham bloßstellt, Schutzhüllen durchschlägt und oder die »Haut der
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Seele« durchbohrt, dann möchten wir bei einer schamsensiblen Haltung an die
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Errichtung einer interpersonellen und institutionellen Struktur denken, die wie
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eine Membran schützt, zugleich aber den Anforderungen des Lebens entsprechend nicht starr ist, sondern permeabel bleibt und damit Reifung und Entwicklung ermöglicht (vgl. Lindy 1993; Martz/Lindy 2010).
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Um diesen Gedanken mit Bestehendem und Etabliertem in der Traumapädagogik zu verknüpfen, sei zum einen auf das Ermöglichen so genannter schützender
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Inselerfahrungen hingewiesen (Gahleitner 2017); zum anderen gälte es im Kontext
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des gemeinsam geteilten und durchlebten – und damit auch gemeinsam gestalteten
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und reflektierten – traumapädagogischen Beziehungsalltags (Gahleitner et al. 2019,
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S. 758), besonders hellhörig für die Scham zu werden. Dabei könnte die Orientierung an oben beschrieben Strukturmomenten hilfreich sein, um auf schammotivierte Erlebens- und Verhaltensweisen zu reagieren: Ein (Sich-)Verbergen, ein (Sich-)
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Verhüllen, aber auch ein Sich-Entblößen, ein Beschämen anderer, ein plötzlicher
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›Kollaps‹ des Selbstwerts, ein destruktiver Umgang mit Zugehörigkeitsangeboten,
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um nur einige Aspekte zu nennen, denen genauer ›zugehört‹ und denen im Sinne
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der in der Traumapädagogik bekannten Beziehungs- und Milieuarbeit entsprechend
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begegnet werden kann (Gahleitner et al. 2019). Zudem wäre dem Rat der Expert*innen, der den Deutschen Fachverband für Traumapädagogik ›berät‹, zu folgen:
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»Wir sind Expert:innen für herausfordernde Lebensumstände. Wir wissen viel
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über schwierige Lebenssituionen, über Scham und Schmerz und über Überlebenskraft. In diesem Sinne sind wir Alles, wir wurden beschämt, uns wurden
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Schmerzen zugefügt und wir wissen viel über Überstehen, wir haben Kraft […].
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[Wir] unterstützen den Fachverband Traumapädagogik mit unserem Wissen
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über gute Pädagogik« (Weiß 2023).
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