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Corinna Seith „Weil sie dann vielleicht etwas Falsches tun“ - Zur Rolle von Schule und Verwandten für von häuslicher Gewalt betroffene Kinder aus Sicht von 9 bis 17-Jährigen

Einleitung Die Überwindung von Zugangsbarrieren zu Hilfe und Unterstützung gehört zu den Kernproblemen des gesellschaftlichen Umgangs mit häuslicher Gewalt. Seit Mitte der 1990er Jahre ist eine erneute intensivierte öffentliche Auseinandersetzung in Gang gekommen, die, gestützt auf mittlerweile auch im deutschsprachigen Raum vorgelegte Untersuchungen zu Interventionspraktiken bei häuslicher Gewalt, die Verantwortung staatlicher Institutionen für den Schutz von Individuen einmal mehr in den Mittelpunkt rückt. Mittlerweile sind ansehnliche, wenn auch längst überfällige Veränderungen zu verzeichnen. Zu den Meilensteinen gehören die Einführung von Gewaltschutzgesetzen, die Offizialisierung von Gewalt in Ehe und Partnerschaft, die Optimierung staatlicher Interventionen und die verbesserte Abstimmung interinstitutioneller Kooperationen (Seith 2003, 2004; Kavemann et al. 2001, Kel-