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bleibt. Hier liegen die Ursachen für zahlreiche abweichende und problematische Schulkarrieren, zudem wirken unterschiedliche Belastungen zusammen, zum einen der sozialen Herkunft und zum anderen besonderer kritischer Lebensereignisse. Ähnlich ist das Thema der Entstehung von funktionalem Analphabetismus. Die besonderen Lebenslagen der Heranwachsenden sind hier der Schlüssel für gute unterstützende Angebote. Lehrkräfte wissen dies aber zumeist überhaupt nicht. Hier fängt eine Expertise an, die die Sozialisationsforschung anbieten kann. Sie beinhaltet ein Wissen über die Wirkungen unterschiedlicher Systeme und Kontextebenen. Als Fach ist dieses Wissen aber noch nicht etabliert, es steht gewissermaßen zwischen den Fächern, denen Studierende in der Ausbildung begegnen. Dabei sind auch für die Ausbildung Hilfen und Praxisanleitungen schnell formuliert. Keine der Lehrkräfte muss später für diese Zwecke selbst eine psychologische oder therapeutische Expertise haben. Ganz im Gegenteil: Es geht darum, genau zu wissen, wo man mit dem eigenen Laienwissen nicht mehr weiterkommt und besser an Fachleute abgeben sollte. Diese explizite Verringerung einer Problemlast, die in der Schule akkumuliert wird, ist für die Sozialisationstheorie ein gutes Anwendungsfeld. Die Offenheit der sozialisationstheoretischen Debatte
Über viele Jahre hin weg war die Sozialisationstheorie nur noch ein Ort, wo über Theorien gesprochen wurde, die zum einen sehr alt waren und zum anderen eigentlich nur eine akademische Bedeutung hatten. Auf diese Weise hatte man sich allmählich abgeschirmt gegen eine politische Instrumentalisierung. In Erinnerung bleibt die hitzige Diskussion, die nach der Zeit der politisierten Wissenschaft ab 1968 das Thema Sozialisation erfasste. Die Frage, wie Menschen zu dem werden, was sie sind, war zu diesem Zeitpunkt eine regelrecht politische. Hier hatte dann aber