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Blick hinaus Anwendungsbezüge herzustellen und damit direkt praktisch zu wirken. Um hierfür konkrete Vorschläge unterbreiten zu können, müssen Daten gesammelt werden, systematisch ausgewertet und in Beratung im öffentlichen Bereich eingebracht werden. Dies ist ein Modell nach dem Vorbild der internationalen Cochrane Collaboration. Hier finden sich aus dem Bereich der Gesundheits- und Krankheitsforschung zahlreiche Beispiele für die Aufbereitung von Wissen zur Bewertung von konkreten Interventionen. Alle Untersuchungen zusammenzustellen, die – um ein Beispiel zu nennen – empirisch abgesicherte Aussagen darüber machen, wie Kinder aus sozial benachteiligten Familien am besten in Kindergarten und Schule gefördert werden, und diese Untersuchungen verständlich und klar aufzubereiten – das wäre das Ziel. So ein Vorgehen ist in den Sozial- und Erziehungswissenschaften im Unterschied zur Medizin und Therapie immer noch nicht umgesetzt. Natürlich hat es Schwächen. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass Wissen über das Soziale so aufbereitet werden kann wie das Wissen über naturwissenschaftliche Zusammenhänge oder Experimente mit Medikamenten etc. Die Erkenntnisse über das Soziale basieren auf Wissen über ungefähre Zusammenhänge und Wahrscheinlichkeiten. Wirklich Regelsätze gibt es (wahrscheinlich zum Glück) nicht, wenn über menschliches Handeln in sozialen Zusammenhängen gesprochen wird. Dafür sind Menschen zu variabel in ihren Entscheidungen und die Entwicklung eines Menschen hängt von zu vielen Einflüssen ab, die kein Modell einfangen könnte. Trotzdem sollte man aus der Not keine Tugend machen. Einiges an Wissensbasis ist vorhanden und kann zusammengetragen werden. Auf solche Erkenntnisse kann zurückgegriffen werden, wenn man sich orientieren möchte – aber natürlich nicht, um ein Kochbuchwissen umzusetzen.