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sich aus den traditionell für sie vorgesehenen gesellschaftlichen Positionen herauszulösen. Mit dem bereits genannten Bild von den Lebensbereichen »Küche«, »Kirche« und »Kinder« lässt sich das illustrieren. Die drei »Ks«, welche die traditionellen Segmente der Frauenrolle definieren, sind bei der Mehrzahl der jungen Frauen nach wie vor wichtige Orientierungspunkte. Die Mehrheit der jungen Frauen hat diese drei »Ks« flexibel weiterentwickelt, in ihrem Verhältnis zueinander neu bestimmt und zusätzlich ein viertes »K« erobert, die »Karriere«. Die Lebensführung der Frauen ist damit auf vielfältige Rollen ausgerichtet. Diese Orientierung scheint es zu sein, die Frauen fit macht für die neuartigen Lebensbedingungen moderner Gesellschaften. Die Mehrfachorientierung führt konsequenterweise auch dazu, dass junge Frauen stark in die eigene Bildung investieren, weil diese eine grundlegende Voraussetzung für den Einstieg in eine berufliche Karriere ist. Anders ist die Ausgangslage bei den jungen Männern. Sie sehen gegenwärtig noch keinen Vorteil darin, ihre genetisch und kulturell prädisponierte Geschlechtsrolle neu auszulegen. Sie zögern, zu dem traditionellen »K« der männlichen Rolle, der »Karriere«, die anderen drei »Ks« hinzuzufügen. Die Orientierung an der Karriere hat ihren Vätern und Großvätern bisher Vorteile gebracht, sie in wirtschaftliche und gesellschaftliche Machtpositionen geführt, und die Mehrheit der jungen Männer möchte das für sich reproduzieren. Bis weit in das 20. Jahrhundert hinein war die typisch männliche Art der Lebensbewältigung offenbar die durchsetzungsfähigere und führte dazu, dass Männer in den entscheidenden Lebensbereichen Politik, Wirtschaft und Kultur die dominante Rolle einnahmen und diese durch Herrschaftsund Homogamie-Effekte auch zu erhalten wussten. In den letzten drei Jahrzehnten scheint sich hier endlich eine Wende anzubahnen.