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Raw Blame History

Reproduktion ihrer sozialen Lage, wenn der Bildungstitel notwendige Voraussetzung und der Zugang zur Bildung tatsächlich formal offen ist? Nach Bourdieus Bildungssoziologie ist der schulische Reproduktionsmodus mit dem System der sozialen Ungleichheit direkt vermittelt. Der Habitus garantiert, dass der Einfluss der sozialen Herkunft auf die Bildungschancen im Erwachsenenalter, trotz des Wandels vom familialen zum schulischen Reproduktionsmodus, weiter fortbesteht. Mit dem Habitusbegriff wird überhaupt erst verständlich, warum etwa die Unterprivilegierten »unmotiviert« dem Schulsystem gegenüberstehen, die Privilegierten dagegen »hochmotiviert« und in der Lage sind, lukrative Strategien des Bildungserwerbs zu verfolgen. Und dieses Erklärungsmuster ist so betagt die Theorie dahinter auch sein mag unvermindert aktuell. Das Bildungssystem ist für Bourdieu ein gutes Beispiel dafür, weil hier Schulbildungsferne im engeren Sinne bedeutet, dass ein Habitus durch die Herkunftsstrukturen weniger auf das vorbereitet ist, was in der Schule gefordert wird und deswegen Schüler*innen mit schulbildungsferner Herkunft Schwierigkeiten in der Adaption an Lern-, Sprach- und Interaktionsgewohnheiten haben. Vielleicht ist hier noch einmal das Beispiel des 100-Meter-Laufes sinnvoll. Auch der Habitus ist so etwas wie ein Startvorteil, der einem viele Meter abnimmt. Sind die Regeln, die über den Prozess der Habitusbildung verinnerlicht werden, mit dem kompatibel, was in der Schule erfordert wird? Wenn ja, dann bedeutet dies einen Startvorteil. Dieser kann die Sprache betreffen (die Nähe zur Bildungssprache), die Motivations- und Begeisterungsfähigkeit, manchmal aber auch einfach den Mut, in der Schule etwas sagen zu können oder sich nicht zu trauen. Bourdieu hebt in diesem Zusammenhang immer wieder hervor, wie die im Herkunftsmilieu einmal erworbenen habituellen Muster ein Handeln in all jenen Räumen und