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Psychologische Theorien der Sozialisation
In diesem Kapitel werden die psychologischen Theorien vorgestellt, bei denen die analytische Sicht von der Perspektive des Individuums oder von innerpsychischen und innerkörperlichen Prozessen ausgeht. Wie im vorigen Kapitel werden in einem ersten Schritt die frühen und in einem zweiten Schritt die modernen Ansätze erörtert. Diese stufenweise Erörterung lohnt um so mehr, weil mit den frühen Theorien zwei sehr unterschiedliche Wege in der Entwicklung des Stammbaums psychologischer Denkansätze beschritten werden. Im Mittelpunkt dieser ersten kurzen Einführung stehen darum die Anfänge der psychologischen Persönlichkeits- sowie der Lern- und Entwicklungstheorien. FRÜHE ANSÄTZE DER PSYCHOLOGISCHEN THEORIE Die Grundlegung der Sozialisationstheorie erfolgte, wie im vorangehenden Kapitel dargestellt, um 1900 durch die beiden psychologisch aufgeschlossenen Soziologen Simmel und Durkheim. Etwas später arbeiteten der Psychologe Sigmund Freud an einer Theorie der menschlichen Bedürfnisse und Triebe und der Psychologe John B. Watson an einer Theorie des menschlichen Lernens. Beide verwendeten zwar den Begriff »Sozialisation« nicht, ihre erkenntnisleitenden Interessen waren aber eindeutig darauf ausgerichtet, die Entwicklung der menschlichen Persönlichkeit auf die intensive Auseinandersetzung des Individuums mit seiner sozialen Umwelt zurückzuführen. In diesem Sinne waren sie in der Psychologie die ersten Sozialisationstheoretiker. Sigmund Freud (1856–1939) setzt sich in seiner Psychoanalytischen Persönlichkeitstheorie intensiv mit den