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Nicht nur die wirtschaftliche Lage, sondern auch Wohnungseinrichtungen, Speisen, der Musikgeschmack, die Kunstorientierung, die Häufigkeit von Besuchen im Museum, das Bildungswissen und andere kulturelle Stile bestimmen zusammen mit der sozialen Vernetzung den Status eines Menschen und seiner Familie. Die Denk-, Wahrnehmungs- und Bewertungsformen von Menschen werden demnach von den jeweiligen ökonomischen, kulturellen und sozialen Lebensbedingungen geprägt. Sie finden Gestalt in der Form eines kohärenten Habitus, mit dem Menschen von anderen Menschen wahrgenommen und bewertet, also in gewisser Hinsicht in die Hierarchie der Machtbeziehungen »eingeordnet« werden. Die Praxeologie in sozialisationstheoretischer Perspektive
Der Ansatz Bourdieus ist inzwischen von großem Einfluss auf die Sozialisationstheorie. Das liegt vor allem daran, dass die Praxeologie ein Grundproblem beschreibt, das auch den Bereich der Sozialisation berührt. Bourdieus Doppelperspektive auf die gesellschaftlichen Lebensbedingungen einerseits und die Ausbildung individueller Dispositionen andererseits ist ein zentraler Baustein des Denkens über Sozialisation. Schon in den anderen soziologischen Zugängen kam das zum Ausdruck. Zudem hat Bourdieu mit dem Habitus-Konzept eine Theoriefigur entwickelt, in der das einzelne Individuum durch die gesellschaftlichen Bedingungen geprägt ist, aber gleichzeitig auch kreativ handlungsfähig. Wichtig dabei ist: Die zentrale Idee der Habitualisierung verweist auf eine Gesetz- und Regelmäßigkeit von Handlungen, die im Individuum selbst verankert ist. Der soziale Wissensvorrat existiert damit nicht virtuell, sondern als eine dem Individuum innewohnende Größe, eine dem Subjekt einverleibte Struktur. Dieses aus den Interaktionen abgeleitete Handlungswissen, das als Gebrauchsanweisung fungiert