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Experten für diese – und die Pädagogik der Selbstbemächtigung um die Bedeutung der Anerkennung des Schmerzes und der Zeugenschaft vertiefen (Kap. 8). Ich hoffe, dass unsere Erfahrungen in die weitere Konzeptionierung traumapädagogischer Ansätze einfließen werden. Immerhin gibt es beim Fachverband Traumapädagogik seit 2017 einen fachlichen Beirat aus Expertinnen und Experten, Mädchen und Jungen aus der Kinder- und Jugendhilfe, die mit ihrem Wissen und Erleben die Weiterentwicklung der Traumapädagogik bereichern. Und noch etwas hat sich seit 2003 verändert, der Diskurs zur sexuellen Gewalt findet heute auf einem hohen fachlichen Niveau statt. Die Bundesregierung hat – auch als Antwort auf die Bewegung gegen sexuelle Gewalt – das Amt des Unabhängigen Beauftragten für sexuellen Kindesmissbrauchs 2011 eingerichtet. 2016 wurde eine unabhängige Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs aufgrund eines Bundestagsbeschlusses berufen und im Dezember 2018 durch einen Betroffenenrat vervollständigt. Zahlreiche Forschungen zu Art und Folgen sexueller Gewalt dienen der Unterstützung der Betroffenen und der Prävention. In der katholischen Kirche z. B. bedarf die Aufarbeitung sexueller Gewalt noch größerer Aufmerksamkeit, wahrscheinlich auch in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Auch hier ist noch viel zu tun, doch wir können in der Traumapädagogik viel von der Bewegung gegen sexuelle Gewalt lernen. Für mich schließt sich hier ein Kreis. Ich habe in der Bewegung gegen sexuelle Gewalt Anfang der 1990er Jahre über pädagogische Methoden der Bewältigung nachgedacht und sie mit Mädchen und Jungen entwickelt (Weiß 1996), auch diese Erfahrungen sind Bestandteil meines traumapädagogischen Konzeptes der Pädagogik der Selbstbemächtigung. Heute muss sich Traumapädagogik mehr mit Geschlechterpädagogik, Sexualpädagogik und sexueller Gewalt befassen und die wertvollen Erkenntnisse dieser Bewegungen integrieren. Und vor allem die Aussagen der Betroffenen zur Kenntnis nehmen. Für sie sei es wichtig, wenn ihre Expertise ernst genommen und ihnen die Deutungsmacht über das von ihnen Erlebte zugesprochen werde, so ein Ergebnis der Studie ‚Erwartungen Betroffener sexuellen Kindesmissbrauchs an gesellschaftliche Aufarbeitung‘ von Barbara Kavemann, Bianca Nagel, Daniel Doll und