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Raw Blame History

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S. 120 ff.). Der massive Vertrauensverlust erschwert das Eingehen von Beziehungen extrem. Bei Kindern kann man ein gewisses Maß an Vertrauen voraussetzen, bei chronisch traumatisierten Mädchen und Jungen niemals. Hochunsicheres Bindungsverhalten zeichnet sich im Kleinkindalter durch widersprüchliche Verhaltensweisen wie Schwanken zwischen Annähern und Vermeiden aus. Die Kinder sind in einem inneren Konflikt von Angst und Suche nach Nähe gefangen, die einzige Quelle möglicher Sicherheit ist die Quelle ihrer Angst. Sie entwickeln Fähigkeiten um Beziehungen zu kontrollieren. In Gegenwart ihrer Eltern verhalten sie sich ängstlich oder wachsam. In Kindergärten sind sie nicht selten aggressiv und feindselig. Hochunsichere Bindungsrepräsentationen bedeuten einen nicht zu unterschätzenden Risikofaktor für das weitere Leben (Grossmann/ Grossmann 2002; Suess 2003). Weil Lieblosigkeit und inkonstante Beziehungen die Entwicklung einer zuverlässigen inneren Sicherheit verunmöglichen, fehlt den Kindern die im Laufe der Entwicklung zunehmend differenter werdende Regulation von Nähe und Distanz. Wir erleben sie als anhänglich, sie haben viele kurzlebige Beziehungen. Später werden sie sich schwer aus schädlichen Bindungen befreien können. Sie werden versuchen, zu ihren Lasten oder zu Lasten des Partners bzw. der Partnerin die Kontrolle über die Beziehung durch übertriebene Fürsorge oder Aggression zu erreichen. Heute reagieren sie mit großer Furcht, starken Hemmungen und Ambivalenz auf fremde Personen und neue Möglichkeiten von Beziehungen oder sie zeigen ein entgegengesetztes Verhalten mit enthemmter distanzloser Kontaktbereitschaft gegenüber vollkommen fremden Personen: Sabine, Michael und Julia entwickeln im Heim hochidealisierte Bilder von den Eltern. Alle drei hängen verzweifelt wie so viele traumatisierte Kinder an den sie misshandelnden Eltern. Schon kurze Zeit später reagiert Julia völlig distanzlos auf Besucher der Wohngruppe. Sabine und Michael dagegen zeigen Angst und starke Hemmungen gegenüber den Pädagog*innen.

Die Idealisierung der Eltern und die Identifizierung mit dem Erziehungsverhalten der Eltern sind nicht selten bei den Mädchen