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Einleitung und Vorworte

Die Einleitung und Vorworte des Lehrbuchs «Kooperative Prozessgestaltung in der Sozialen Arbeit» von Ursula Hochuli Freund und Walter Stotz führen in das Gesamtwerk ein und umreißen sowohl die Entstehungsgeschichte als auch die konzeptionellen Grundlagen des generalistischen, methodenintegrativen Handlungskonzepts für professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit.

Seiten: 322 Zeilen im Quelldokument: 1146

Die einleitenden Abschnitte umfassen das Vorwort zur ersten Auflage von Peter Sommerfeld (2011), das Vorwort zur fünften Auflage der AutorInnen selbst (2020), das vollständige Inhaltsverzeichnis, die eigentliche Einleitung (Kapitel 1) sowie eine terminologische Anmerkung. Zusammen bilden sie einen umfassenden Aufriss des Gesamtwerks und seiner wissenschaftlichen Verortung.

Die Autorinnen und das Werk

Das Lehrbuch «Kooperative Prozessgestaltung in der Sozialen Arbeit — Ein methodenintegratives Lehrbuch» wird von Prof. Dr. Ursula Hochuli Freund und Walter Stotz verantwortet. Hochuli Freund lehrt an der Hochschule für Soziale Arbeit der Fachhochschule Nordwestschweiz mit dem Schwerpunkt Professionelles Handeln, während Stotz dort bis 2013 als Dozent mit demselben Schwerpunkt tätig war. Das Lehrbuch ist somit unmittelbar aus der Praxis der Hochschullehre im Bereich der Sozialen Arbeit entstanden und trägt die Handschrift von Fachleuten, die über jahrzehntelange Erfahrung in Lehre, Forschung und Praxis verfügen. (Angaben zu den AutorInnen)

Das Werk liegt in der fünften, erweiterten und überarbeiteten Auflage aus dem Jahr 2021 vor und wurde unter Mitarbeit von Raphaela Sprenger verfasst. Es erscheint im Verlag W. Kohlhammer in Stuttgart und ist sowohl als Print- als auch als E-Book-Ausgabe erhältlich. (Verlagsangaben)

Beide AutorInnen haben sich sowohl als PraktikerInnen, als Lehrende und als WissenschaftlerInnen in unterschiedlichen Phasen ihres Lebens mit den Grundfragen der Professionalisierung der Sozialen Arbeit auseinandergesetzt. Diese biografisch-multiperspektivische Erfahrung hat maßgeblich zur Konzeptentwicklung beigetragen. Das Lehrbuch wurde seit der ersten Auflage 2011 kontinuierlich weiterentwickelt und ist mittlerweile ein Standardwerk im deutschsprachigen Raum für die methodische Gestaltung professionellen Handelns in der Sozialen Arbeit. (Angaben zu den AutorInnen)

Vorwort zur ersten Auflage (Peter Sommerfeld)

Das Vorwort zur ersten Auflage wurde 2011 von Peter Sommerfeld verfasst, dem Leiter des Instituts für Professionsforschung und Kooperative Wissensbildung an der Hochschule für Soziale Arbeit der Fachhochschule Nordwestschweiz. Sommerfeld würdigt darin das Lehrbuch als Ergebnis einer langjährigen Auseinandersetzung der Autorin und des Autors mit den Grundfragen der Professionalisierung der Sozialen Arbeit — insbesondere den Fragen nach der Struktur, der Methodisierbarkeit und der Lehrbarkeit professionellen Handelns. Er hebt die biografisch-multiperspektivische Auseinandersetzung der AutorInnen hervor, die zu einer überaus differenzierten und facettenreichen Systematik des professionellen Handlungsbogens geführt habe. (Entstehungsgeschichte des Lehrbuchs)

Sommerfeld verweist auf den von Abbott beschriebenen professionellen Handlungsbogen — «assessment, inference, treatment» —, der in seiner theoretischen Schlichtheit überzeugend, bei der konkreten Realisierung im professionellen Handeln jedoch höchst anspruchsvoll sei. Jeder einzelne Prozessschritt bedürfe unter den Qualitätsanforderungen, die an professionelles Handeln zu stellen seien, des Wissens, der Methodik, der Technik, der Instrumente und — vor allem — der kompetenten Nutzung dieser Komponenten. Dem trage dieses Lehrbuch Rechnung. (Entstehungsgeschichte des Lehrbuchs)

Die Frage der Lehrbarkeit professionellen Handelns bildet dabei einen durchgehenden Bezugspunkt. Sommerfeld betont, dass die praktikable Verbindung von Theorie und Praxis im professionellen Handeln — eine Grundfrage, an der sich die AutorInnen seit vielen Jahren abarbeiten — in diesem Lehrbuch eine überzeugende Antwort findet. (Entstehungsgeschichte des Lehrbuchs)

Sommerfeld betont, dass es für das professionelle Handeln unverzichtbar sei, den Gesamtzusammenhang des professionellen Prozessbogens zu kennen und konsequent zu wahren. Es erscheine ihm besonders wichtig, dass die Professionellen der Sozialen Arbeit durchgehend wissen, dass dieser Gesamtzusammenhang bestehen müsse, wenn das Prädikat «professionell» gerechtfertigt sein soll. Hinter eine solche methodische und methodisierte Fallarbeit dürfe die Soziale Arbeit nicht zurückfallen. Für Studierende sei es zentral, diesen «roten Faden» als hilfreich, notwendig und praktikabel begreifen zu können. (Bedeutung des Gesamtzusammenhangs)

Ein zentraler Punkt in Sommerfelds Vorwort betrifft die Notwendigkeit der Methodenintegration. Professionelle Soziale Arbeit sei keine monomethodische Veranstaltung — es reiche bei weitem nicht, eine einzige Methode zu beherrschen. Je nach Fall, Prozess und institutionellen Spielräumen seien unterschiedliche Vorgehensweisen angemessen. Das methodenintegrative Lehrbuch demonstriere auf eindrückliche Weise, dass unterschiedliche Methoden, Techniken, Instrumente und Wissensbestände integrierbar seien und in jedem einzelnen Fall zu unterschiedlichen Mixturen führen könnten. (Methodenintegration statt Monomethodik)

Das besondere Verdienst der vorliegenden Methodik sieht Sommerfeld darin, dass die Methodenintegration nicht in Beliebigkeit führe. Auf der Basis theoretisch hergeleiteter Grundprinzipien bleibe der systematische Charakter der professionellen Prozessgestaltung stets erhalten beziehungsweise mindestens im Bewusstsein gehalten. Deshalb eigne sich das Konzept nicht nur für ein spezifisches Praxisfeld, sondern sei prinzipiell im gesamten Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit verwendbar. (Systematik durch Grundprinzipien)

Von den theoretisch hergeleiteten Grundprinzipien hebt Sommerfeld insbesondere das Prinzip der Kooperation hervor, das sich auch im Titel des Buches widerspiegelt. In die Methodik sei die Grundtatsache eingelassen, dass die Problembeschreibung, die Interventionsplanung und deren Umsetzung ein koproduktives Geschehen darstellen, das ein Arbeitsbündnis voraussetzt. Das angestrebte Ergebnis könne ohne Kooperation mit Klientensystemen in der Regel nicht erzielt werden. Das Besondere am Konzept der Kooperativen Prozessgestaltung sei, dass diese Grundstruktur nicht nur theoretisch im Hintergrund mitlaufe, sondern ins Zentrum der Methodik und der Überlegungen gestellt werde. (Koproduktion als Grundtatsache)

Sommerfeld hebt hervor, dass auch die Kooperation von Wissenschaft und Praxis, wie sie im Institut für Professionsforschung und Kooperative Wissensbildung gepflegt werde, mit den Prozessen der Kooperation zwischen Klientin und Sozialarbeiterin vergleichbar, wenn nicht strukturhomolog sei. Eine aufgrund von Zuschreibungen und faktischen Differenzen asymmetrische Beziehung solle durch Kooperation zu Wissen über eine bestimmte Situation oder Problematik führen, das so aufgebaut sei, dass es das Handeln leiten und orientieren könne. Mit dem Lehrbuch schlügen Hochuli Freund und Stotz somit auch eine Brücke zwischen Forschung und Lehre. (Entstehungsgeschichte des Lehrbuchs)

Sommerfeld verweist darauf, dass das Lehrbuch im Kontext des Instituts für Professionsforschung und Kooperative Wissensbildung seine endgültige Gestalt gewonnen habe. Die Elemente des Buches seien im Lehrbetrieb an der Hochschule für Soziale Arbeit der Fachhochschule Nordwestschweiz erprobt und im Testbetrieb immer weiter entwickelt und veredelt worden. Er sei sich daher sicher, dass sich das vorliegende Buch als Lehrbuch eigne und die Ausbildung vieler Professioneller der Sozialen Arbeit auf eine solide Basis stellen könne. Damit leiste es für die Professionalisierung der Sozialen Arbeit insgesamt einen wichtigen Beitrag. (Erprobung im Lehrbetrieb)

Sommerfeld schliesst sein Vorwort mit dem Wunsch nach einer weiten Verbreitung und fruchtbaren Rezeption des Lehrbuchs. Er sei sich sicher, dass mit diesem Buch die Ausbildung vieler Professioneller auf eine solide Basis gestellt werden könne. Die Überlegungen, die zur Kooperation gemacht werden, könnten in beide Richtungen — hin zur professionellen wie zur wissenschaftlichen Praxis — bedeutende Anregungen geben. (Erprobung im Lehrbetrieb)

Vorwort zur fünften Auflage

Im Vorwort zur fünften Auflage (August 2020) berichten Hochuli Freund und Stotz von den kontinuierlich positiven Rückmeldungen, die sie seit dem Erscheinen der ersten Auflage im Jahr 2011 erhalten haben. Sie stellen mit großer Zufriedenheit fest, dass sich das Konzept nicht nur in der Lehre an Hochschulen und Höheren Fachschulen im deutschsprachigen Raum etablieren konnte, sondern mittlerweile auch in vielen Praxisorganisationen der Deutschschweiz als Orientierung oder gar als handlungsleitendes Konzept genutzt wird. (Positive Rückmeldungen seit 2011) (Etablierung in Lehre und Praxis)

Dieses Vorwort verdeutlicht, dass das Lehrbuch nicht nur ein akademisches Produkt ist, sondern sich in einem Jahrzehnt kontinuierlicher Anwendung in Lehre und Praxis bewährt hat. Die Rückmeldungen aus verschiedenen Kontexten haben zur stetigen Weiterentwicklung des Konzepts beigetragen. (Positive Rückmeldungen seit 2011)

Für die fünfte Auflage wurde das Lehrbuch gründlich überarbeitet, wobei die bewährte Zweiteilung — ein Grundlagenteil und ein zweiter Teil zu den einzelnen Prozessschritten — beibehalten wurde. Die langjährige wissenschaftliche Mitarbeiterin Raphaela Sprenger wurde für die Überarbeitung gewonnen. Im Grundlagenteil fanden Präzisierungen statt, insbesondere Erweiterungen im Kapitel zur Sozialen Arbeit hinsichtlich der Grundorientierungen und der Bedeutung von wissenschaftlichem Wissen, Ergänzungen im Kapitel zu Ethik bezüglich ethischer Entscheidungsfindung sowie die Aufnahme des Konzepts einer professionellen Beziehungsgestaltung nach Gahleitner im Kapitel zur Kooperation. (Überarbeitungen in der fünften Auflage)

Im zweiten Teil des Lehrbuchs erfolgten ebenfalls gewichtige Aktualisierungen und Ergänzungen. Das Kapitel zum Prozessschritt Zielsetzung wurde grundlegend überarbeitet, unter anderem mit der Vorstellung des Zürcher Ressourcen Modells (ZRM). Außerdem wurden die Ausführungen zur Auftragsklärung, zu Analyseinstrumenten und zur Evaluation mit Fragebeispielen ergänzt. Die AutorInnen verweisen zudem auf weitere Publikationen zum Konzept, darunter den Materialienband «Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis» (Hochuli Freund 2017) sowie arbeitsfeldspezifische Ausdifferenzierungen für das Eingliederungsmanagement und den Kinderschutz. (Aktualisierungen im Prozessteil)

Besonders hervorzuheben sind die Änderungen in Kapitel 7, das als Bindeglied zwischen den beiden Teilen des Lehrbuchs dient. Dort wurden der Stellenwert eines Prozessmodells für professionelles Handeln sowie der Zusammenhang von Konzept und Prozessmodell bei Kooperativer Prozessgestaltung genauer erläutert. Im Kapitel zur Analyse wurde das methodische Vorgehen bei den Analyseinstrumenten anhand von Beispielen näher erläutert, und mit den sogenannten «offenen Analysefragen» wurde ein weiterer analytischer Zugang skizziert. Die AutorInnen hoffen, dass auch die fünfte Auflage zu einer fruchtbaren und kritischen Auseinandersetzung mit fachlich fundiertem, methodisch strukturiertem Handeln in der Sozialen Arbeit motiviert und einen Beitrag zur weiteren Professionalisierung leisten kann. (Überarbeitungen in der fünften Auflage)

Insgesamt wurde auch die Literatur aktualisiert und ergänzt, sodass die fünfte Auflage den aktuellen Stand des Fachdiskurses im deutschsprachigen Raum widerspiegelt. (Überarbeitungen in der fünften Auflage)

Einleitung: Professionalisierung der Sozialen Arbeit

Die Einleitung des Lehrbuchs eröffnet mit der Feststellung, dass das professionelle Handeln von Professionellen der Sozialen Arbeit das durchgehende Thema des gesamten Werkes bildet. Die Begrifflichkeit setze voraus, was keineswegs selbstverständlich sei: dass es eine Profession der Sozialen Arbeit gebe. Noch vor zwanzig Jahren galt es als Hybris, von Sozialer Arbeit als Disziplin und Profession zu sprechen — als Ausdruck von Profilierungssehnsüchten. Obwohl ein Professionalisierungsbedarf auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch konstatiert wird (u. a. Combe/Helsper 2011, Merten/Olk 2011, Heiner 2004), gilt der Anspruch nicht mehr als vermessen. Ein Professionalisierungsbedarf wird weiterhin gesehen, doch die Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat die Soziale Arbeit in ihrer fachlichen Identität deutlich gestärkt. (Professionalisierungsdiskurs)

Die Ausbildungen in Sozialer Arbeit haben sich in den letzten Jahren stark verändert, insbesondere in der Schweiz, wo Fachhochschulen erst 1998 geschaffen und eine akademische Ausbildung damit viel später als beispielsweise in Deutschland möglich geworden ist. Die Ausbildungen auf Tertiärniveau sind selbst Ausdruck der Professionalisierung und leisten zugleich einen Beitrag zu dieser Entwicklung. Im Hinblick auf die Aufgabe der Hochschulausbildung verweisen Hochuli Freund und Stotz auf Dewe et al., die Professionalität in der Sozialen Arbeit als «Strukturort der Relationierung von Theorie und Praxis im Kontext dialogischer Prozesse» verstehen. Die Hochschule könne als der Ort bezeichnet werden, an dem Professionskompetenz erworben und weiterentwickelt werde — nicht nur Wissen, sondern auch die Kompetenz, dieses Wissen situations- und fallbezogen anzuwenden. (Theorie-Praxis-Relationierung nach Dewe)

Diese Transformationsleistung — die Übertragung theoretischen Wissens auf den konkreten Fall — sei in der praktischen Arbeit immer wieder neu zu erbringen. Studierende sollen im Rahmen ihrer Ausbildung nicht nur Wissen erwerben, sondern vor allem die Kompetenz, dieses Wissen situations- und fallbezogen anzuwenden. Die Hochschulausbildung nimmt damit eine Schlüsselrolle ein: Sie ist nicht nur Wissensvermittlung, sondern ein Ort der Kompetenzentwicklung, an dem die Fähigkeit zur Theorie-Praxis-Verknüpfung systematisch aufgebaut wird. (Professionalisierungsdiskurs)

Die Vielzahl an Publikationen in den letzten Jahren wird als weiterer Ausdruck der Entwicklung der Sozialen Arbeit zur Profession gewertet. Einerseits wurden Fragen der Professionalisierbarkeit und Professionalität behandelt (u. a. Harmsen 2004, Klatetzki 2005, Pfadenhauer 2005, Combe/Helsper 2011, Dewe et al. 2011), andererseits entstanden zahlreiche Veröffentlichungen zur Theorie-Praxis-Transformation, insbesondere Sammelbände zu Diagnostik und Fallverstehen. Der Diskurs zu Professionalität ist seit gut zwei Jahrzehnten in vollem Gange. (Publikationslandschaft zur Professionalisierung)

Zu den wichtigsten Publikationen im Bereich Diagnostik und Fallverstehen gehören neben älteren Sammelbänden (u. a. Peters 1999, Ader et al. 2001, Henkel et al. 2002, Schrapper 2004) auch neuere Beiträge wie Gahleitner et al. 2013, Buttner et al. 2018 und Buttner et al. 2020. Diese Publikationsvielfalt bildet den fachlichen Hintergrund, vor dem Hochuli Freund und Stotz ihr eigenes Konzept entwickelt und positioniert haben. (Publikationslandschaft zur Professionalisierung)

Einleitung: Die methodische Lücke im Fachdiskurs

Trotz der Vielfalt an Publikationen bestand zum Zeitpunkt der Erstauflage im deutschsprachigen Raum ein bemerkenswerter Mangel. Es existierten zwar verschiedene sogenannte «Methodenbücher» — von Müllers «Sozialpädagogischem Können» über Arbeitshilfen und Methodensammlungen bis hin zu Methodiken mit spezifischer theoretischer Ausrichtung —, doch fehlte es an einem umfassenden, praxisfeldübergreifenden Zugang. Die Bandbreite reichte von Methodensammlungen, die eher als Landkarten unterschiedlicher Konzepte zu verstehen sind (Galuske 2013, teilweise Stimmer 2012), über Methodiken mit spezifischer theoretischer Ausrichtung (Cassée 2019, Geiser 2013) bis hin zum Entwurf eines methodenintegrativen Modells durch Zwilling (2007). Manche Arbeiten (u. a. Schwabe 2019, Pantuček-Eisenbacher 2019) verwiesen auf Methoden, Techniken und Instrumente, nahmen jedoch nur ansatzweise Bezug auf ein umfassendes Verständnis professionellen Handelns. (Vielfalt der Methodenbücher und deren Grenzen)

Die große Vielfalt an Begrifflichkeiten — wie Methode, Verfahren, Methodik, Konzepte, Techniken, Instrumente — trug darüber hinaus nicht zur Klärung bei. Im Fachdiskurs wurde wiederholt darauf hingewiesen, dass bisher keine Standards und Verfahren entwickelt worden seien, die in der Praxis Anwendung finden könnten, und dass große Defizite im Methodenwissen und dessen Umsetzung bestünden. Versuche übergreifender Systematiken zum Methodischen Handeln seien nach wie vor eher die Ausnahme. Die Methodenentwicklung und -reflexion sei im Diskurs der Sozialen Arbeit — sowohl innerhalb der Disziplin wie auch der Profession — vernachlässigt worden. (Defizite im Methodendiskurs)

Zwilling konstatierte 2017, dass Versuche übergreifender Systematiken zum Methodischen Handeln in der Sozialen Arbeit nach wie vor eher die Ausnahme seien. Im Hinblick auf eine theoretisch reflektierte Methodenintegration, die eine Verknüpfung unterschiedlicher handlungstheoretischer Ansätze ermögliche, sei die Situation noch problematischer. Sein eigener Entwurf eines Modells zur Methodenintegration bleibe jedoch eng ausgerichtet auf ausgewählte Praxisfelder und wenige Methoden — etwa den klassischen sozialarbeiterischen Beratungskontext. (Defizite im Methodendiskurs)

Heiner beschrieb diese Lücke im methodischen Fachdiskurs 2004 pointiert: Die Soziale Arbeit in der Bundesrepublik und im deutschsprachigen Europa verfüge nicht über ein tätigkeitsfeldübergreifendes, erfolgreich erprobtes, getestetes und weitgehend konsensfähiges Diagnoseverfahren. Aus dem Anspruch, nicht nur ein solches Diagnoseverfahren zu entwickeln, sondern ein umfassendes Modell zu entwerfen, entstand der Impuls für das vorliegende Lehrbuch. Die AutorInnen haben über Rahmenbedingungen und Möglichkeiten des Handelns mit und für Klientinnen innerhalb institutioneller Rahmenbedingungen von Praxisorganisationen der Sozialen Arbeit nachgedacht und daraus ein Gesamtkonzept entwickelt, das die beschriebene Lücke systematisch zu schließen versucht. (Heiners Diagnose der methodischen Lücke)

Einleitung: Das Konzept der Kooperativen Prozessgestaltung (KPG)

Als Antwort auf die beschriebene methodische Lücke haben Hochuli Freund und Stotz — als Wissenschaftlerin und Wissenschaftler mit langjähriger Berufserfahrung in verschiedenen Praxisfeldern der Sozialen Arbeit — bestehendes Methodenwissen systematisiert und weiterentwickelt. Daraus ist das Konzept «Kooperative Prozessgestaltung» (KPG) entstanden, das sich auf professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit insgesamt bezieht. Das Wissen, das sie systematisiert und weiterentwickelt haben, bildet die Grundlage für die Ausbildung von Kompetenz und soll es Professionellen ermöglichen, ihre Unterstützungsprozesse sinnvoll zu gestalten. (Entwicklung des KPG-Konzepts)

Das Konzept geht davon aus, dass Soziale Arbeit im Spannungsfeld von Individuum und Gesellschaft an unterschiedlichsten Brennpunkten, Lebenslagen und Orten soziale Probleme von Einzelnen, Gruppen und Gemeinwesen zu bearbeiten hat. Die Methodik nimmt daher Bezug auf alle Praxisfelder der Sozialen Arbeit und ist praxisfeldübergreifend einsetzbar. KPG versteht sich als Antwort auf die speziellen Anforderungen, die durch die konstitutiven Rahmenbedingungen professionellen Handelns charakterisiert sind — etwa die diffuse Allzuständigkeit für komplexe Problemlagen oder die geringe Standardisierbarkeit. (Praxisfeldübergreifende Einsetzbarkeit)

Im Konzept werden die grundlegenden Strukturen von Unterstützungsprozessen — in der Bundesrepublik Deutschland meist «Hilfeplanung» genannt — sowie ausgewählte Methoden und Instrumente herausgearbeitet und in einer Systematik geordnet dargestellt. Damit wird eine Übersicht über einzelne Schritte sozialarbeiterischer und sozialpädagogischer Tätigkeit ermöglicht und zugleich deren innerer Zusammenhang dargelegt. Ziel ist, dass Professionelle das eigene Handeln entlang eines roten Fadens strukturieren können, dass sie erkennen und begründen können, was sie tun, wenn sie etwas tun, und dass sie in Transparenz planen können, was tatsächlich planbar ist. (Praxisfeldübergreifende Einsetzbarkeit)

Im Zentrum der hergeleiteten Methodik steht ein verstehender Zugang zu Klienten und Problemlagen. Nur auf der Grundlage eines vertieften Verständnisses von Entstehungsbedingungen, aktueller Lebenslage und Ursachen für Verhaltensmuster können sinnvolle Interventionen geplant und umgesetzt werden. Angesichts der Komplexität möglicher Themen- und Problemstellungen und der latenten Verstrickung der eigenen Person in Hilfeprozesse ist an eine rein technologische Anwendung erworbener Wissensbestände nicht zu denken. (Verstehender Zugang als Kern der Methodik)

Das Strukturmerkmal der Koproduktion nimmt einen zentralen Stellenwert ein: Professionelle und Klientinnen arbeiten stets gleichzeitig und gemeinsam an der Lösung eines Problems. Unterstützungs- und Vernetzungsprozesse werden gemäß dem Konzept immer in Kooperation mit Klientinnen, Klientensystemen und größeren sozialen Systemen realisiert. Die Bezeichnung «Kooperative Prozessgestaltung» weist auf den hohen Stellenwert und die grundlegende Bedeutung dieser Kooperation in der Gestaltung von Unterstützungsprozessen hin. (Koproduktion als konstitutives Merkmal)

Die in dem Lehrbuch hergeleitete und aufbereitete Methodik orientiert sich bewusst an diesen konstitutiven Rahmenbedingungen professionellen Handelns. Angesichts der Komplexität möglicher Themen- und Problemstellungen und der latenten Verstrickung der eigenen Person in Hilfeprozesse betonen die AutorInnen, dass an eine technologische Anwendung erworbener Wissensbestände nicht zu denken sei. Vielmehr bedürfe es einer differenzierten, verstehensorientierten und zugleich systematischen Herangehensweise, die die Komplexität professionellen Handelns adäquat berücksichtigt. (Verstehender Zugang als Kern der Methodik)

Einleitung: Das Prozessmodell

Dreh- und Angelpunkt des gesamten Konzepts ist ein Prozessmodell, das eine Struktur für die Gestaltung des professionellen Handelns bietet. In diesem Modell wird die Komplexität eines Falls in einzelnen Prozessschritten angemessen berücksichtigt und so reduziert, dass sie handhabbar wird, ohne dass wesentliche Aspekte wegfallen. Es geht dabei einerseits um den Prozess des Nachdenkens auf der Fachebene — einer Fachkraft allein, im Team und in der Kooperation mit anderen Professionen — und andererseits um die Gestaltung eines Such- und Problemlösungsprozesses gemeinsam mit Klientinnen. (Das Prozessmodell als Dreh- und Angelpunkt)

Das methodenintegrative Lehrbuch zeigt auf, in welcher Weise — vor dem Hintergrund von Wissen aus der Sozialen Arbeit und relevanter Nachbardisziplinen sowie einem professionellen Selbstverständnis — methodisches Wissen, reflektiertes Erfahrungswissen und Kompetenzen gewinnbringend in einen Hilfeprozess eingebracht werden können. Dabei haben die AutorInnen den aktuellen Stand des Diskurses zu professionellem Handeln im deutschsprachigen Raum aufgearbeitet und bei jeder neuen Auflage aktualisiert. Die erwähnte Vielfalt der Publikationen wurde kritisch durchforstet und das Durcheinander der Begrifflichkeiten und Zugänge zu lichten versucht. (Das Prozessmodell als Dreh- und Angelpunkt)

Das Prozessmodell umfasst zwei Phasen und sieben Prozessschritte: Die analytisch-diagnostische Phase beinhaltet Situationserfassung, Analyse, Diagnose und (später) Evaluation. Die Handlungsphase umfasst die Prozessschritte Zielsetzung, Interventionsplanung und Interventionsdurchführung. Jedem dieser Prozessschritte ist ein eigenes Kapitel gewidmet, in dem zunächst die Bedeutung und Aufgabe herausgearbeitet und der Stand des Fachdiskurses nachgezeichnet wird. Anschließend werden ausgewählte Methoden oder methodische Hilfsmittel und Instrumente beschrieben und methodische Standards erläutert. (Zwei Phasen und sieben Prozessschritte)

Bei der Auswahl der vorgestellten Methoden wurden jene als relevant erachtet, die grundsätzlich auf jeden Kontext der Sozialen Arbeit bezogen werden können. Besondere Aufmerksamkeit erhalten dabei die diagnostischen Methoden und Instrumente: von Notationssystemen wie Genogramm, Zeitstrahl, Netzwerkkarte und Soziogramm über quantitative Verfahren wie das Person-In-Environment-Classification-System und die Sozialpädagogische Risiko-Ressourcenanalyse bis hin zu qualitativen Verfahren wie der Kompetenzanalyse und systemischen Analysemethoden. In der fünften Auflage kamen mit den «offenen Analysefragen» zusätzliche analytische Zugänge hinzu. (Inhaltsverzeichnis — Prozessteil)

Die vorgestellten Methoden werden jeweils einer kriteriengeleiteten Reflexion unterzogen, die sich auf die im ersten Teil erarbeiteten Erkenntnisse bezieht. Dabei wird beispielsweise geprüft, inwiefern sich eine Methode für den Such- und Veränderungsprozess gemeinsam mit Klientinnen eignet und/oder für den Prozess des Nachdenkens und Handelns auf der Fachebene, ob sie die grundlegenden Zielsetzungen Sozialer Arbeit unterstützt und ob sie sich für alle Praxisfelder eignet. Abschließend erfolgt in einer Übersicht eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse eines Kapitels. (Kriteriengeleitete Reflexion der Methoden)

Diese durchgängige Struktur — von der Darlegung der Aufgabe über die Beschreibung der Methoden bis hin zur kriteriengeleiteten Reflexion und abschliessenden Übersicht — verleiht dem Lehrbuch seinen didaktischen Charakter. Sie ermöglicht es sowohl Studierenden als auch erfahrenen Praktikerinnen, gezielt einzelne Prozessschritte oder Methoden nachzuschlagen und dabei stets den Gesamtzusammenhang des Konzepts im Blick zu behalten. (Kriteriengeleitete Reflexion der Methoden)

Einleitung: Aufbau des Lehrbuchs

Das Lehrbuch gliedert sich in zwei Hauptteile. Im ersten Teil werden die Grundlagen der Profession und Disziplin der Sozialen Arbeit vorgestellt, die den Rahmen für professionelles Handeln bilden: Gegenstand, Auftrag und Praxisfelder der Sozialen Arbeit; professionstheoretische Grundlagen mit den Strukturmerkmalen professionellen Handelns (wie diffuse Allzuständigkeit, doppelte Loyalitätsverpflichtung, geringe Standardisierbarkeit, Koproduktion und Involviertheit der Professionellen); ethische und rechtliche Grundlagen einschließlich Professionsethik und Menschenrechten; Kooperation auf Klienten- und Fachebene; sowie methodische Aspekte einschließlich der Frage der Methodisierbarkeit und der erforderlichen Professionskompetenz. (Inhaltsverzeichnis — Grundlagenteil)

Da sich professionelles Handeln im gesellschaftlichen Kontext abspielt, ist eine Auseinandersetzung mit den professionsethischen Grundlagen — wie Menschenbild oder Care-Ethik — ebenso notwendig wie das Aufzeichnen der rechtlichen Aspekte. Den Menschenrechten kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Ein weiteres Grundlagenkapitel befasst sich mit der Kooperationsthematik: Die Rahmenbedingungen der Kooperation auf Klientenebene werden aufgezeigt und unterschiedliche Konzepte von Arbeitsbeziehungen vorgestellt. Im letzten Grundlagenteil werden methodische Aspekte erläutert und Fragen der Methodisierbarkeit diskutiert. Schließlich wird dargelegt, über welche Kompetenzen Professionelle verfügen müssen und auf welcher Grundhaltung sich ihr Handeln abstützen soll. (Struktur des Grundlagenteils)

Ausgehend von der Skizzierung des professionstheoretischen Diskurses werden im ersten Teil die Strukturmerkmale professionellen Handelns im Einzelnen erörtert, die für die Gestaltung von Unterstützungsprozessen leitend sind. Dazu gehören die diffuse Allzuständigkeit für komplexe Probleme, die doppelte Loyalitätsverpflichtung, die äußerst geringe Standardisierbarkeit professionellen Handelns, die Koproduktion sowie die Involviertheit der Professionellen als ganze Person. Diese Strukturmerkmale bilden den theoretischen Hintergrund, vor dem das Prozessmodell und die Methodik der Kooperativen Prozessgestaltung entwickelt wurden. (Inhaltsverzeichnis — Grundlagenteil)

Im zweiten Teil wird das Prozessmodell als Kern des Konzepts vorgestellt. Das detaillierte Inhaltsverzeichnis zeigt die umfassende Bandbreite der behandelten Themen: Von der Situationserfassung mit Erkundungsgesprächen und Beobachtung über vielfältige Analysemethoden (Genogramm, Zeitstrahl, Netzwerkkarte, Soziogramm u. a.) und qualitative wie quantitative Verfahren bis hin zur Diagnose, Zielsetzung, Interventionsplanung, Interventionsdurchführung und Evaluation. Ein Schlusswort behandelt die Frage, wie man Kooperative Prozessgestaltung lernen kann. (Inhaltsverzeichnis — Prozessteil) (Inhaltsverzeichnis — Evaluation und Abschluss)

Besonders bemerkenswert ist, dass das Lehrbuch auch den Prozessschritt der Evaluation ausführlich behandelt. Dabei werden Formen, Voraussetzungen und Vorgehen der Evaluation erläutert, einschließlich der Evaluationsdimensionen und -kriterien. In der fünften Auflage wurden zudem Fragebeispiele zur Evaluation gemeinsam mit Klientinnen ergänzt. Das Schlusswort des Lehrbuchs widmet sich der Frage, wie man Kooperative Prozessgestaltung lernen kann — und schlägt damit den Bogen zurück zur Grundfrage der Lehrbarkeit professionellen Handelns, die bereits im Vorwort von Sommerfeld aufgeworfen wird. (Inhaltsverzeichnis — Evaluation und Abschluss)

Der Hauptzweck des Lehrbuchs besteht darin, für Professionelle der Sozialen Arbeit — Studierende wie Praktikerinnen — ein nützliches Studien- und Handbuch sowie ein übersichtliches Nachschlagewerk darzustellen. Die wichtigsten Grundlagen professionellen Handelns, das Konzept KPG und ausgewählte Methoden sollen entlang einer Prozessstruktur in übersichtlicher und verständlicher Weise dargestellt werden. Das Lehrbuch soll kapitelweise bearbeitbar sein, eine Vielfalt an methodischen Zugängen für einen breiten Orientierungsrahmen bieten und als «Fundgrube» für die vertiefte Auseinandersetzung mit einzelnen Methoden dienen. (Struktur des Grundlagenteils)

Der Gedanke des Nachschlagewerks bedeutet konkret, dass auf der Basis der wichtigsten Wissensbestände der Sozialen Arbeit entlang des Prozessmodells die einzelnen Prozessschritte in ihrer Bedeutung und mit den jeweils relevantesten Methoden sowie methodischen Standards dargestellt sind. Zudem finden sich durchgehend Literaturhinweise zur Vertiefung. So kann eine Fachkraft beispielsweise über einen längeren Zeitraum mit einer bestimmten Analysemethode arbeiten und eines Tages feststellen, dass diese nicht immer zum erwünschten Resultat führt. Durch eine vertiefte Auseinandersetzung mit anderen Methoden im Lehrbuch kann sich ein neuer Weg auftun, den man zuvor nicht bemerkt hatte. (Struktur des Grundlagenteils)

Darüber hinaus haben die AutorInnen die Diagnosemethode «Theoriegeleitetes Fallverstehen» selbst entwickelt. Diese Methode erlaubt es, unter Bezug auf theoretisch fundierte Erklärungszugänge Zusammenhänge zwischen theorie- und empiriebasiertem Wissen und dem konkreten Fall herzustellen. Die Relationierung von Theorie und Praxis wird als spannender Prozess verstanden, der bei systematischer Vorgehensweise einen Beitrag zur weiteren Professionalisierung der Sozialen Arbeit leistet. Die positive Rezeption des Konzepts — unter anderem durch Thimm (2020) und Rosch (2017) — wird als Hinweis auf die Praxistauglichkeit gedeutet. (Konzeptentwicklung und Methodenwissen)

Eine besondere Bedeutung messen die AutorInnen jenen Methoden bei, die dazu dienen, einen Fall zu analysieren und die Fallthematik herauszuarbeiten — zu erklären und zu verstehen, was schwierig ist für Klientinnen, welches die Hintergründe und Entstehungsbedingungen für eine Problematik sein können. Dabei bildet nach Dilthey der Leitgedanke, dass Fallverstehen einen hermeneutischen Zugang erfordert. (Verstehender Zugang als Kern der Methodik)

Mit dem Lehrbuch liegt damit der Entwurf eines generalistischen, methodenintegrativen, auf Kooperation ausgerichteten Konzepts für die Gestaltung des professionellen Handelns vor. Es verbindet theoretische Fundierung mit praktischer Anwendbarkeit und stellt den Anspruch, sowohl für die Ausbildung als auch für die berufliche Praxis ein verlässliches Orientierungsinstrument zu sein. (Entwicklung des KPG-Konzepts)

Danksagung

Die Einleitung schließt mit einer ausführlichen Danksagung der AutorInnen. Hochuli Freund und Stotz bedanken sich bei ihren Studierenden für deren kritische Fragen zu professionellem Handeln und weiterführende Anregungen, die das Projekt des Lehrbuches über viele Jahre vorangetrieben haben. (Angaben zu den AutorInnen)

Den Kolleginnen, die gemeinsam mit ihnen das Konzept Kooperative Prozessgestaltung im Bachelor-Studium an der Hochschule für Soziale Arbeit lehren, danken sie für die kontinuierlichen anregenden fachlichen Diskussionen, ebenso den Kollegen im Schwerpunkt «Diagnostik und Prozessgestaltung» des Instituts für Professionsforschung und -entwicklung, die sie immer wieder zu einem lebendigen Diskurs zu Sozialer Diagnostik und zu methodischem Handeln in der Sozialen Arbeit herausfordern. (Erprobung im Lehrbetrieb) Ein besonderer Dank gilt Raphaela Sprenger, die das Lehrbuch von Beginn an begleitet, in zahlreichen Entwicklungsprojekten mit Praxisorganisationen den Diskurs angeregt und an der fünften Auflage aktiv mitgeschrieben hat. Herzlicher Dank geht auch an Urs Amiet, der als Grafiker die Überlegungen zu Abbildungen im Lehrbuch vorzüglich umzusetzen weiß. Die Rückmeldungen von Studierenden, Kolleginnen und Praktikerinnen haben dazu geführt, dass manche Passagen in jeder neuen Auflage jeweils klarer herausgearbeitet sind. (Angaben zu den AutorInnen)

Anmerkung zur Terminologie

Das Lehrbuch enthält eine Anmerkung zur verwendeten Terminologie und geschlechtergerechten Sprache. Mit dem Begriff «Profession» wird die Berufsgruppe der in der Sozialen Arbeit tätigen Personen — Sozialpädagogen und Sozialarbeiterinnen — bezeichnet. Die drei Begriffe «Professionelle der Sozialen Arbeit», «Fachkraft» sowie «Sozialpädagogin und Sozialarbeiter» werden abwechslungsweise und synonym verwendet. Im Sinne einer geschlechtergerechten Sprache verwenden die AutorInnen, wo geschlechtsneutrale Bezeichnungen fehlen, abwechslungsweise die weibliche und männliche Form, wobei stets das andere Geschlecht mitgemeint ist. Bei «Sozialarbeiterin» ist beispielsweise stets auch «Sozialpädagoge» mitgemeint und umgekehrt. (Terminologische Anmerkung)

Diese terminologische Konvention ist insofern bedeutsam, als sie den generalistischen Anspruch des Konzepts unterstreicht: Es richtet sich an alle in der Sozialen Arbeit tätigen Fachkräfte — unabhängig davon, ob sie aus der Tradition der Sozialarbeit oder der Sozialpädagogik kommen. Die durchgehend abwechselnde Verwendung der verschiedenen Berufsbezeichnungen spiegelt die im Lehrbuch vertretene Auffassung wider, dass Soziale Arbeit als einheitliche Profession verstanden werden soll. (Terminologische Anmerkung)

Diese Festlegung auf eine einheitliche professionelle Identität — jenseits der historisch gewachsenen Unterscheidung zwischen Sozialarbeit und Sozialpädagogik — korrespondiert unmittelbar mit dem generalistischen und praxisfeldübergreifenden Charakter des KPG-Konzepts. Die methodische Systematik, die im Lehrbuch entwickelt wird, beansprucht Gültigkeit für alle Handlungsfelder der Sozialen Arbeit und für alle Fachkräfte, die in diesem breiten Berufsfeld tätig sind. (Praxisfeldübergreifende Einsetzbarkeit)

Insgesamt bilden die Einleitung und Vorworte einen dichten und vielschichtigen Auftakt zu einem Lehrbuch, das den Anspruch erhebt, die methodische Gestaltung professionellen Handelns in der Sozialen Arbeit auf eine systematische, theoretisch fundierte und zugleich praxistaugliche Grundlage zu stellen. (Entwicklung des KPG-Konzepts)