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5.3 Komplexe Auffälligkeiten
Weiterführende Literatur
Stachowske, R. & Möller, C. (Hrsg.) (2018). Sucht und Abhängigkeit bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Ein Grundlagenwerk für die therapeutische Praxis. Kröning: Asanger.
In diesem interdisziplinären Herausgeberband werden praxisbezogen empirische
Erkenntnisse zu Diagnostik, Ätiologie und vor allem Therapie verschiedener Abhängigkeitserkrankungen der angesprochenen Altersphase dargestellt.
5.3.4
Internet- und Computermissbrauch bzw.
-abhängigkeit
Klaus Fröhlich-Gildhoff und Michel Fröhlich-Gildhoff
Mediennutzung
Neue elektronische Medien bzw. Informations- und Kommunikationstechnologien
(IKT) vom Smartphone über das Tablet bis zum Notebook und die damit
verbundenen Nutzungs- und Kommunikationsformen, insbesondere die sog. »Sozialen Netzwerke« wie Facebook und Co., sowie die Kommunikation über die
Nachrichtendienste, haben eine sehr große Bedeutung im Alltag und generell im
Leben von Kindern und Jugendlichen.
So besitzt die große Mehrheit der Jugendlichen in Deutschland Mediengeräte
und ist dadurch bei der Nutzung des Internets autonom. Nach den jüngsten Zahlen
der Jugend-Medienstudie JIM (mfps 2022) verfügen 97 % (2012: 43 %) der befragten
Mädchen und 96 % (2012: 51 %) der Jungen über ein Smartphone (N = 1 200, Alter
1219 Jahre). Handy und Smartphone stehen mit Abstand auf Platz eins der Mediennutzung; das Internet wird von 87 % täglich, von weiteren 9 % der Befragten
»mehrmals wöchentlich« angesteuert. 84 % der Jugendlichen haben zuhause einen
Zugang zu Video-Streamingdiensten. Unabhängig vom eigenen Gerätebesitz nutzen laut Klingler, Feierabend & Turecek (2015) 100 % der 12- bis 20-Jährigen zumindest gelegentlich, lt. mpfs 2022, 95 % regelmäßig das Internet. Für diese Altersgruppe ist das Internet das Medium, auf das sie nach eigenen Angaben am
wenigsten verzichten könnten (ebd. S. 201, 208). Ähnliche Tendenzen finden sich
im Übrigen schon bei jüngeren Kindern: 71 % der Sechs- bis 13-Jährigen nutzt das
Internet« (mpfs 2020).
Die Kommunikation läuft bei Jugendlichen (mpfs 2022) in erster Linie über
»WhatsApp« (79 % regelmäßige Nutzung), Instagram (31 %), TikTok (24 %) und
Youtube (23 %). Die Bedeutung der Kommunikationskanäle verschiebt sich über die
Jahre immer wieder; so hatte bspw. Facebook im Jahr 2014 noch eine hohe Bedeutung (43 %), diese ist 2022 auf 10 % Nutzer zurückgegangen. Nach der breiten
Befragung der DAK (2015; N = 5 840) verbringen 44 % der 15- bis 16-Jährigen täglich
durchschnittlich mehr als vier Stunden vor Bildschirmmedien, dabei korrelieren
PC/Smartphone und Fernsehnutzung positiv. Die jüngste JIM-Studie (mpfs 2022)
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