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5 Spezifische Formen von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen
• »dass etwa jeder zehnte 12- bis 17-jährige Jugendliche (10,6 %) schon einmal eine
illegale Droge konsumiert hat (Lebenszeitprävalenz). Von den jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren hat fast die Hälfte (47,2 %) schoneinmal eine
illegale Droge konsumiert.
• Der Konsum illegaler Drogen wird von Cannabis15 dominiert. Von den 12- bis 17jährigen Jugendlichen haben 10,4 % und von den 18- bis 25- jährigen Erwachsenen 46,4 % Cannabis zumindest einmal ausprobiert.
• Die Konsumerfahrung mit anderen Substanzen fällt deutlich geringer aus. Die
Lebenszeitprävalenzen des Konsums von Ecstasy, LSD, Amphetamin, Crystal
Meth, Kokain, Crack, Heroin, neuen psychoaktiven Stoffen, Schnüffelstoffen und
psychoaktiven Pflanzen betragen für Jugendliche jeweils weniger als ein Prozent.
Bei jungen Erwachsenen reichen sie von 0,2 % für Crack bis 7,8 % für Ecstasy.
• Die Verbreitung des Cannabiskonsums nimmt von der späten Kindheit bis ins
junge Erwachsenenalter stetig zu und ist unter männlichen Jugendlichen und
jungen Männern weiter verbreitet als unter weiblichen Jugendlichen und jungen
Frauen.«
Damit ist die Zahl der jugendlichen/jungen Erwachsenen Konsumenten von illegalen Drogen über die Zeit leicht angestiegen (vgl. zu Zahlen BzGA 2012).
Diese Zahlen über den Drogengebrauch lassen noch nicht automatisch auf den
Drogenmissbrauchschließen. Hinsichtlich der Auftretenshäufigkeit der Störungen
durch Substanzkonsum gibt es die, allerdings schon etwas ältere Studie von AlWiswasi (2014), derzufolge 9,3 % bei 12- bis 17-Jährigen eine Störung durch Alkohol
und bei 6,9 % dieser Altersgruppe eine Störung durch andere Substanzen vorliegt.
Einstiegsalter
Das Einstiegsalter hat nach den Angaben vieler Studien eine entscheidende Bedeutung für den weiteren Verlauf auch für die Dauerhaftigkeit des Substanzgebrauchs. »Substanzgebrauch im frühen Jugendalter ist besonders problematisch, da
ein früher Einstieg einen Prädiktor für einen steigenden Konsum und schwerwiegendere Konsummuster in der späteren Entwicklung darstellt (Prescott & Kendler
2001; Young et al. 2002)« (Al-Wiswasi 2004, S. 41). Nach Silbereisen (1995) machen
25 % der 11- bis 15-Jährigen schon erste Erfahrungen mit Alkohol vor dem elften
Lebensjahr. Dies deckt sich mit weiteren Studien; »die nächste Altersstufe (14 bis
15 Jahre) ist für viele Jugendliche offenbar die Übergangsphase von weitestgehender
Abstinenz zu mehr oder weniger regelmäßigem Alkoholkonsum (BZgA 2001).
Nach Ihle (2002) ist das Risiko, eine Störung durch Substanzkonsum zu entwickeln,
bei einem frühen Beginn (vor dem 13. Lebensjahr) im Vergleich zu einem späteren
Beginn (nach dem 17. Lebensjahr) um das Doppelte erhöht« (Al-Wiswasi 2004,
S. 41).
In der epidemiologischen Studie von David et al. (2000) konnte sogar festgestellt
werden, dass die Jugendlichen, die bereits im Alter zwischen elf und zwölf Jahren
begonnen haben, Alkohol zu konsumieren, ein zehnfach höheres Risiko hatten, eine
15 Die neuen Gesetzesänderungen (2024) zum Cannabiskonsum betreffen Jugendliche nicht,
werden daher hier nicht berücksichtigt.
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