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5.3 Komplexe Auffälligkeiten
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berichten). Auch wenn ein direkter kausaler Zusammenhang zwischen erlebter
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Traumatisierung und der Ausbildung einer Borderline-Störung als zu einfach angesehen werden muss, sind massive Traumatisierungen »sicherlich ein entscheidender Faktor für die Entstehung einer Borderline-Persönlichkeitsstörung, der auch
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mit dem Schweregrad der späteren Borderline-Symptomatik assoziiert zu sein
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scheint« (Renneberg 2001, S. 411).
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Renneberg (2001) beschreibt in Anlehnung an Linehan »die für die Entwicklung
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der Borderline-Störung charakteristische soziale Umgebung als validierende Umfelder (invalidating environment). Die Bezugspersonen des Kindes, die diese ›invalidating environments‹ bilden, reagieren häufig unberechenbar, unangemessen und
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in extremer, sowie wechselnder Art und Weise auf den Ausdruck persönlicher Erfahrungen. Persönliche Erfahrungen des Kindes werden also nicht validiert, d. h.
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bestätigt, sondern im Gegenteil oft bestraft oder trivialisiert. Konsequenzen dieser
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Erfahrungen sind, dass das Kind nicht lernt, emotionale Erregungen zu benennen
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und zu regulieren, Stress zu tolerieren und den eigenen Reaktionen und deren
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Interpretationen zu trauen« (ebd., S. 411 f) (c Abb. 5.13).
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Folgen für die Selbststruktur
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Bei der Borderlinestörung handelt es sich um eine grundliegende Störung der
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Selbststruktur: »Das Fehlen einer stabilen, handlungsfähigen, Selbstrepräsentanz ist
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von zentraler Bedeutung für unser Verständnis der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Die Fähigkeit, die eigenen innerpsychischen Zustände zu symbolisieren, ist
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eine wesentliche Voraussetzung für unser Identitätsempfinden. Menschen, denen es
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an dieser Fähigkeit mangelt, entwickeln kein authentisches, organisches Selbstbild,
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das um internalisierte Repräsentanzen psychischer Zustände organisiert ist. Die
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Folge ist, dass das Kind und später der Erwachsene kein Verständnis für die eigene
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Subjektivität und interpersonelle Situationen entwickeln kann, mit denen er täglich
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und unter zuweilen heftigen Affekten konfrontiert wird (…)« (Fonagy et al. 2004,
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S. 220). Die Selbststruktur ist nicht als geschlossene Einheit entwickelt und auch die
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Fähigkeit zur Affektregulation ist nur unzureichend ausgebildet.
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Ursache hierfür sind zum einen eine nicht kontinuierlich erfolgte »Spiegelung«
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der Affekte des kleinen Kindes, zum anderen eine nicht angemessene kontinuierliche Unterstützung der Affektregulation, sowie eine nicht kontinuierliche und
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Grenzen wahrende Beantwortung der kindlichen Bedürfnisse. Die Folgen hieraus
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sind:
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• schwach ausgebildete reflexive Funktionen – Fonagy et al. (2004) betonen das
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»Scheitern der Mentalisierung«, also der »Fähigkeit, innere Zustände als getrennt,
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aber potenziell handlungsauslösend zu verstehen« (ebd., S. 223). Dies führt zum
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einen zur beschriebenen inneren Leere, die auch aus einem fehlenden Verständnis
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für die eigene Subjektivität herrührt. So entstehen relativ leicht Verwirrungen.
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• Eine eingeschränkte Selbstwahrnehmung und Steuerung, die zusammenhängt
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mit unzureichend ausgebildeten Affektrepräsentanzen,
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