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5.2 Externalisierende Auffälligkeiten
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Auslösebedingungen
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Bisher wurde der Entwicklungsverlauf dargelegt, der ursächlich für die Entstehung
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einer stabilen, durch Aggression bestimmten Verhaltensdisposition gekennzeichnet
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ist. Allerdings tragen oftmals situative Auslöser dazu bei, dass aggressives Verhalten
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dann auch wirklich gezeigt wird. So stellt Dornes fest, »dass die Manifestation von
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destruktiver Aggression ganz erheblich von sozialen situativen Umständen abhängt
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(…), und deshalb in erheblichem Maß durch die aktuellen sozialen Rahmenbedingungen beeinflusst werden kann« (1997, S. 281). Im Folgenden sollen die
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wichtigsten dieser Auslösebedingungen betrachtet werden:
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a) Unklare soziale Situationen
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Unklare soziale Situationen können aggressionsauslösend wirken, weil – wie
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beschrieben – Kinder und Jugendliche mit einer entsprechenden verselbstständigten Verhaltensdisposition aufgrund einseitiger sozial-kognitiver Informationsverarbeitung in diese Situationen aggressive Anteile »hineinlesen«: »Zweideutige soziale Schlüsselreize (werden) als bedrohlich und provokativ«
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interpretiert (Scheithauer & Petermann 2004, S. 397, vgl. auch Borg-Laufs 1997,
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S. 80 ff). Das aggressive Verhalten dient dann dazu – subjektiv unter der Prämisse
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der Selbstverteidigung – Sicherheit in der Situation herzustellen: Das eigene
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aggressive Verhalten führt zu einer Gegenreaktion und die entsprechende WeltSicht wird bestätigt. Solche unklaren Situationen liegen vor, wenn ein Kind oder
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Jugendlicher in eine neue oder fremde Situation kommt (z. B. eine neue Klasse),
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wenn Autoritätspersonen sich diffus verhalten oder widersprüchliche Signale
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geben und wenn Regeln unklar sind bzw. ihre Durchsetzung nur inkonsequent
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realisiert wird.
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b) Überforderung bzw. Konfrontation ohne Ausweich- oder Rückzugsmöglichkeiten
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Wenn zu hohe oder zu viele Anforderungen zugleich gestellt werden – oder wenn
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die betroffenen Kinder oder Jugendlichen in starkem Maße Misserfolge erleben –
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führt dies zu einer Beeinträchtigung des (ohnehin schwankenden) Selbstwertes
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und zu einem Ansteigen des Erregungsniveaus. Wie dargestellt bestehen bei den
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Betroffenen nur eingeschränkte Möglichkeiten der Regulation der entstehenden
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Affekte, die Selbstwahrnehmung ist auf Ärger und Aggression eingeschränkt und
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entsprechendes Verhalten wird ausgelöst. Eine überstarke Konfrontation ohne
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die Möglichkeit zu Rückzug oder einer »Flucht« führt gleichfalls schnell zu
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entsprechenden »Verteidigungs«-Reaktionen.
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c) Soziales Klima, das Gewalt befördert
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Es gibt eine Reihe von sozialen Zusammenhängen, in denen gewalttätiges
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Handeln gewissermaßen »Standard« im Umgang miteinander geworden ist. Dies
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betrifft die verbale Kommunikation aber auch den allgemeinen Umgang einer
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Gruppe untereinander, besonders das »Bewältigen« von Konfliktsituationen.
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Olweus (1995) hat ausführlich beschrieben, wie ein solches Klima in schulischen
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Zusammenhängen entsteht – und welche koordinierten Maßnahmen ergriffen
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werden müssen, um dieses Klima zu verändern. Eine solche aggressions- bzw.
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gewaltgeladene Atmosphäre entsteht oft »schleichend« in pädagogischen Zu163
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