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5.2 Externalisierende Auffälligkeiten
• Mangel an sozialen Regeln (zu viele oder zu wenige Regeln, keine konsequente
Einhaltung der Regeln; Petermann & Petermann 2001)
• Unzureichende emotionale Unterstützung und Akzeptanz gegenüber dem Kind
(Campbell 1991)
• »fehlende positive Anteilnahme« (Petermann et al. 2001, S. 24)
• »ein strenger, strafender Erziehungsstil (z. B. körperliche Misshandlung, Schläge
oder Einsperren des Kindes) stellt ein Risikofaktor für aggressives Verhalten der
Kinder dar« (Scheithauer & Petermann 2004, S. 396).
Demgegenüber führt ein »autoritativer Erziehungsstil, der beispielsweise gekennzeichnet ist durch emotionale Wärme, eine altersangemessene Beaufsichtigung des
Kindes und Interesse an seinen Aktivitäten zur Entwicklung problemorientierter
Bewältigungsstrategien, zu einem angepassten psychosozialen Funktionsniveau,
besseren Schulleistungen, zu einem stärkeren Selbstwertgefühl.(…) Das in der Familie erlernte Interaktionsverhalten wird vom Kind auf andere Situationen (z. B.
Schule) und Personen (…) übertragen (Kazdin 1995)« (Scheithauer & Petermann
2004, S. 396).
Besondere Auswirkungen haben die Interaktionen wiederum auf die Emotionsregulation:
Dysfunktionale Unterstützung bei der Emotionsregulation, eine angespannte emotionale familiäre Atmosphäre, ausdrucksarmes oder negativ getöntes elterliches
Ausdrucksverhalten kann zu fehlenden bzw. unzureichenden emotionalen und
selbstregulatorischen Kompetenzen und fehlender Empathiefähigkeit bei den Kindern führen und diese Faktoren stehen wiederum in einem engen Ursachenzusammenhang mit überdauerndem aggressivem Verhalten (vgl. u. a. Petermann &
Wiedebusch 2003, Essau & Conradt 2004, Scheithauer & Petermann 2004, Krahé
2001, s. o., AWMF 2016). Es zeigte sich, dass insbesondere bei Kindern, die Störungen des Sozialverhaltens im Alter von elf Jahren aufwiesen, bereits im frühen
Säuglingsalter »Mutter und Kind in einen Teufelskreis negativen Verhaltens verstrickt« waren. »Kinder, die als Säuglinge in der von uns beobachteten Pflege- und
Spielinteraktion mit ihrer Mutter häufig dysphorisch waren (schrien, weinten oder
quengelten) und dabei die Erfahrungen machten, dass ihre Mutter wenig einfühlsam auf ihre schlechte Stimmung einging, zeigten im weiteren Verlauf bis zum Alter
von elf Jahren eine signifikant ungünstigere Entwicklung, die mit einer überproportionalen Zunahme expansiver Verhaltensauffälligkeiten verbunden war« (Laucht
2003, S. 52 f).
Es gibt eine Vielzahl von Belegen für den Zusammenhang zwischen unsicheren
Bindungserfahrungen und (späterem) aggressivem Verhalten: »Eine unsichere Bindung im frühen Kindesalter kann verknüpft sein mit einem stabil-aggressiven Verhalten vom Vorschul- bis in das Schulalter hinein (Shaw & Winslow 1997) sowie
negativeren Beziehungen zu Gleichaltrigen und einer schlechteren Regulation eigener Emotionen während der Vorschulzeit (Greenberg et al. 1993), und zwar dann,
wenn weitere aversive Bedingungen (z. B. negativer Erziehungsstil oder psychische
Auffälligkeiten der Eltern) hinzukommen« (Scheithauer & Petermann 2004, S. 393).
Nach Cichetti et al. (1995) wird das Risiko für das erhöhte Auftreten aggressiven
Verhaltens durch unsichere Bindungserfahrungen auf drei Wegen erhöht:
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