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5.2 Externalisierende Auffälligkeiten
Jugendlichen; d.Verf.] verwandt, die einen Gesetzesverstoß begangen haben, der
schwer genug ist, den Jugendstrafvollzug einzuschalten« (Essau & Conradt 2004,
S. 16 f) hierbei sollte allerdings immer beachtet werden, dass unter diesem Begriff
zum Teil sehr unterschiedliche Formen von Gesetzesverstößen, vom Ladendiebstahl
bis zum Mord, gefasst werden (s. u.).
Klassifikationen
Im Klassifizierungssystem ICD-10, Forschungskriterien (Dilling et al. 2004) werden
grundsätzlich »Störungen des Sozialverhaltens« (ICD F91) von sogenannten
»kombinierten Störungen des Sozialverhaltens und der Emotionen« (ICD F92)
unterschieden. Innerhalb des Typus der »Störung des Sozialverhaltens« (F91) lassen
sich noch folgende Unterkategorien bilden (c Tab. 5.6):
Tab. 5.6: Typen der Störung des Sozialverhaltens nach ICD-10 (nach Dilling et al. 2004; aus:
Petermann, Döpfner & Schmidt 2001, S. 5 f; mit freundlicher Genehmigung des
Hogrefe Verlags)
1. Auf den familiären Rahmen beschränkte Störung des Sozialverhaltens (F91.0)
Aggressiv-dissoziales Verhalten, das völlig auf den häuslichen Rahmen oder die Interaktion mit Familienmitgliedern beschränkt ist und oppositionelles und trotziges Verhalten
übersteigt.
2. Störung des Sozialverhaltens bei fehlenden sozialen Bindungen (F91.1)
Aggressives Verhalten, das oppositionelles oder trotziges Verhalten übersteigt und mit
einer andauernden Beeinträchtigung der Beziehung des Kindes zu anderen Personen
einhergeht (insbesondere zur Gruppe der Gleichaltrigen).
3. Störung des Sozialverhaltens bei vorhandenen sozialen Bindungen (F91.2)
Aggressives Verhalten, das oppositionelles oder trotziges Verhalten übersteigt, bzw. ein
andauerndes delinquentes Verhalten, aber mit guter sozialer Einbindung in die Altersgruppe.
4. Störung des Sozialverhaltens mit oppositionellem, aufsässigen Verhalten (F91.3)
Ungehorsames und trotziges Verhalten bei Fehlen schwerer delinquenter oder aggressiver Verhaltensweisen, das typischerweise vor dem neunten Lebensjahr auftritt.
5. Andere bzw. nicht näher bezeichnete Störung des Sozialverhaltens (F91.8/F91.9)
Störungstyp, bei dem die Kriterien einer Störung des Sozialverhaltens erfüllt werden, eine
Zuordnung zu einer Subgruppe aber nicht möglich ist.
6. Kombinierte Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen (F92)
Störungen des Sozialverhaltens, die in Kombination mit einer emotionalen Störung (z. B.
Depression oder Zwangsgedanken) auftritt.
Die Diagnostikleitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (2003) formulieren als Leitsymptome:
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