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Raw Blame History

5.2 Externalisierende Auffälligkeiten

frühen Interaktion mit Bezugspersonen entstehen. Es entwickeln sich frühzeitig »Teufelskreise«, die sich auf organischer Ebene dann auf den Neurotransmitterstoffwechsel auswirken. Diese Prozesse werden verstärkt durch Stresserleben in Alltagssituationen, vor allen Dingen in hochstrukturierten Situationen (z. B. in der Schule). Die Unterstützung von Kindern mit ADHS-Auffälligkeiten sollte therapeutisch wie pädagogisch auf jeden Fall multimodal erfolgen und Kind, Eltern sowie andere Bezugspersonen (vor allem Lehrer und Erzieher) einbeziehen. Wesentliche Kennzeichen sind: Die Strukturierung des Alltags, die Gestaltung von Bindungssicherheit sowie die Unterstützung beim Aufbau von Selbstregulationsfähigkeiten. Erst wenn diese psychotherapeutischen Maßnahmen keinen Erfolg haben und eine starke Krise droht (z. B. Ausschulung), ist eine medikamentöse Behandlung indiziert. Fragen zur Selbstüberprüfung

  1. Welches sind die Leitsymptome der ADHS?
  2. Wie sehen die Grundprinzipien einer genauen Diagnostik der Störung aus?
  3. Wie lässt sich der »Teufelskreis« auf biologischer Ebene beschreiben, der zu einer Stabilisierung des Verhaltens führt?
  4. Welches sind Interaktionsmuster, die die Entstehung der Auffälligkeit wesentlich mitbedingen?
  5. Wie sehen zentrale Therapieprinzipien aus? Weiterführende Literatur Hüther, G. & Bonney, H. (2013). Neues vom Zappelphillip. ADS: Vorbeugen, Verstehen und Behandeln. Weinheim: Beltz.

Die Autoren gehen ausführlich auf die Symptomatik der Störung ein und beschreiben auf einer neurobiologischen Grundlage mögliche Ursachen für das auffällige Verhalten, die aus dem Wechselspiel von organischen und sozialen Bedingungen verstanden werden. Die medikamentöse Behandlung wird sehrkritisch betrachtet; Hinweise zu pädagogischen und psychotherapeutischen Interventionsmöglichkeiten runden das Werk ab. Leuzinger-Bohleber, M., Brandl, Y. & Hüther, G. (Hrsg.) (2006). ADHS Frühprävention statt Medikalisierung. Theorie, Forschung, Kontroversen. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.

In diesem Buch wird die Diskussion um die Medikalisierung auffälligen Verhaltens ausführlich referiert. Davon ausgehend werden von verschiedenen Autoren Ursachen beschrieben sowie Präventions- und Interventionsmöglichkeiten vorgestellt.

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