2026-001/documents/theory/diagnostics/verhaltensauffaelligkeiten/pages/127.md

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Raw Blame History

5.2 Externalisierende Auffälligkeiten

In den Leitlinien sind breit relevante Daten zu Epidemiologie, Diagnostik und evidenzbasierten Behandlung der Essstörungen dargestellt.

5.2

Externalisierende Auffälligkeiten

5.2.1

AD(H)S

Phänomenologie, Erscheinungsform und Symptome In diesem Kapitel geht es um die »Zappelphilippe«, die besonders unaufmerksamen, unruhigen und impulsiven Kinder, meistens Jungen. Diese Kinder und Jugendlichen haben Probleme mit ihrer Umwelt (und auch mit sich), weil sie oft Störungen in der Aufmerksamkeit zeigen: Sie brechen Aufgaben vorzeitig ab, beenden Tätigkeiten meist solche, die als fremdbestimmt (z. B. Hausaufgaben) erlebt werden ohne ein Ziel erreicht zu haben, lassen sich extrem leicht ablenken, wechseln häufig von einer Aktivität oder Aktion zur anderen. Die Kinder und Jugendlichen zeigen ein ausgeprägtes Maß an Unruhe, Rastlosigkeit und motorischer Überaktivität. Besonders in Situationen, die relative Ruhe abverlangen (z. B. das Stillsitzen in der Schule), fällt es den Kindern schwer, das eigene Verhalten zu kontrollieren. Die Hyperaktivität kann sich je nach Situation »im Herumlaufen oder im Herumspringen äußern oder auch im Aufstehen, wenn dazu aufgefordert wurde, still sitzen zu bleiben. Weiterhin kann sie sich in ausgeprägter Redseligkeit und Lärmen, im Wackeln und Zappeln« äußern (Quaschner & Theisen 2005, S. 156). Die Kinder sind weiterhin besonders impulsiv, das heißt, sie handeln sehr plötzlich, ohne zu überlegen, haben Probleme abzuwarten und ihre Bedürfnisse aufzuschieben. Sie folgen oft »dem ersten Handlungsimpuls (…) und beginnen eine Tätigkeit (…) bevor sie hinreichend durchdacht ist oder bevor sie vollständig erklärt worden ist« (Döpfner 2002, S. 152). »Ein Teil der Kinder begibt sich aufgrund der Impulsivität leichtfertig in Gefahrensituationen, ohne dabei die Konsequenzen zu bedenken (,Gefahrenblindheit). Dieses gefahrenblinde Verhalten führt häufig zu Verletzungen und Unfällen« (Quaschner & Theisen 2005, S. 156). Neben diesen Hauptsymptomen haben Kinder mit der dargestellten Problematik oft Kontaktschwierigkeiten, Lern- und Leistungsprobleme, aber auch emotionale Symptome, wie ein niedriges Selbstwertgefühl (vgl. ebd. Döpfner 2002, s. a. den Abschnitt zu Komorbidität). Durch die beschriebenen Symptome geraten die zumeist durchschnittlich intelligenten Kinder in einen Teufelskreis, wenn sie mit den Anforderungen in Kindertageseinrichtung oder Schule konfrontiert werden. Sie erleben, »dass ihr Lernerfolg, trotz subjektiv gleicher Anstrengung wie bei den Gleichaltrigen geringer ist oder gar ausbleibt. In einem Teufelskreislauf von Konzentrationsmangel und ausbleibendem Lernerfolg verstärken sich die kognitiven Defizite, die dann bald durch 127