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Raw Blame History

5 Spezifische Formen von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen

Die Anorexie und die Bulimie finden sich fast ausschließlich bei Frauen bei Prävalenzraten von 0,5 bis 1 % (Anorexie) bzw. 2 bis 4 % (Bulimie). Bei Adipositas findet sich ein leichtes Übergewicht bei Frauen gegenüber den Männern (Prävalenz bei etwa 20 bis 25 %). Ursachen für die Ess-Störungen resultieren aus einem Zusammenspiel körperlicher, sozialer und intrapsychischer Faktoren. Bei Anorexie und Bulimie spielt das gesellschaftliche Schlankheitsideal eine Rolle. Die Störungen entstehen im Jugend- bzw. jungen Erwachsenenalter, in dem die Körperwahrnehmung eine besonders bedeutende Einflussgröße auf Selbstwert und Selbstsicht hat. Über das Essverhalten wird versucht, Kontrolle auszuüben auch in einem als unkontrollierbar erlebten Familiensystem. Die Therapie muss bei allen Ess-Störungen multimodal erfolgen, insbesondere auch körperliche Aspekte einbeziehen. Hohe Bedeutung hat ein störungsspezifisches, symptmorientiertes Vorgehen insbesondere bei der Anorexie (sehr deutliches Untergewicht bedeutet Lebensgefahr); strukturierte Verfahren auf verhaltenstherapeutischer Grundlage sind hier in der Regel (mit)angezeigt. Oftmals ist eine mehrjährige Behandlung, auch mit mehreren Klinikaufenthalten, nötig. Eine Weiterbegleitung in spezialisierten pädagogisch-therapeutischen Wohngruppen kann sinnvoll sein. Fragen zur Selbstüberprüfung

  1. Welches sind die wesentlichen Merkmale der Anorexie?
  2. Wie ist der Zusammenhang zwischen Bulimie und Anorexie einerseits und der Entwicklung der (weiblichen) Geschlechtsidentität andererseits?
  3. Welche Rolle kann die Familie bei der Störungsentstehung spielen?
  4. Welche psychischen Faktoren haben bei der Entstehung der Adipositas eine besondere Bedeutung?
  5. Welches sind die wesentlichen Bestandteile der multimodalen Therapie der Ess-Störungen? Weiterführende Literatur Herpertz-Dahlmann, B. & Hilbert, A. (Hrsg.) (2022). Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen: Ein klinisches Handbuch. Stuttgart: Kohlhammer.

In diesem Buch sind die verschiedenen Essstörungen in Symptomatik, Epidemiologie und Ursachen dargestellt; es werden jeweils verschiedene Behandlungsansätze referiert. Ein wissenschaftlicher Hintergrund mit deutlicher Praxisorientierung. AWMF [Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V.] (2020). S3-Leitlinie Diagnostik und Behandlung der Essstörungen. https://register.awmf. org/assets/guidelines/051-026l_S3_Essstoerung-Diagnostik-Therapie_2020-03.pdf

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