2026-001/documents/theory/diagnostics/verhaltensauffaelligkeiten/pages/095.md

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5.1 Internalisierende Auffälligkeiten

emotionalen Entwicklung beeinträchtigt; daraus entstehen Folgeprobleme in Familie, Kindergarten, Schule und Freizeitbereich« (Petermann, Essau & Petermann. 2000b, S. 228). Nach dem Klassifikationssystem ICD-10 können Ängste des Kinder- und Jugendalters dann als klinisch relevant betrachtet werden, wenn sie

  1. »unrealistisch und übertrieben sind [die Dauer und Intensität ist dem Gefahrenpotenzial nicht angemessen, d. Verf.],
  2. über eine bestimmte Dauer (mindestens vier Wochen bei Trennungsangst und Phobien bzw. sechs Monate bei der generalisierten Angststörung anhalten) und
  3. zu einer deutlichen Beeinträchtigung führen bzw. die normale Entwicklung des Kindes gefährden« (Schneider 2006, S. 100). Im ICD-11 wird eine überarbeitete Klassifikation von Angststörungen Gültigkeit haben (s. nächster Abschnitt). Definitionen und Klassifikationen Im Klassifikationssysteme ICD-10 werden spezifische Ängste des Kindes- und Jugendalters beschrieben (F93); andere Ängste, z. B. die Phobien, werden unter den allgemeinen Angststörungen subsumiert. Die diagnostischen Kriterien der generalisierten Angststörung, Agoraphobie und spezifischen Phobien sind im ICD-11 angepasst worden. Aufgrund der im ICD-11 eingeführten Lebenszeitachse sind die bisher vorhandenen kindesaltersspezifischen Kategorien der ICD-10 aufgelöst worden. Die Trennungsangststörung und der selektive Mutismus sind somit den »regulären« Angststörungen zugeordnet und können zukünftig auch im Erwachsenenalter diagnostiziert werden. Bei den Störungen bzw. in den Kategorien wird dann angegeben, wie sich die Symptomatik in verschiedenen Altersgruppen zeigen kann. Neu ist ebenso, dass verschiedene Symptomdimensionen der Angst ohne kategoriale Diagnose verschlüsselt werden können (Vloet & Romanos 2021, Vloet, Hacke & Romanos, 2021). Aus pragmatischen Gründen wird daher an dieser Stelle verzichtet, alle unterschiedlichen Differenzierungen der Angststörungen aufzuführen. Es werden im Folgenden fünf Formen beschrieben, die nicht immer klar voneinander abzugrenzen sind. Trennungsangst (Emotionale Störung mit Trennungsangst im Kindesalter, ICD-10 F93.0) (ICD 11: 6B05) Ab dem siebten Lebensmonat bis hinein in die Vorschulzeit ist Trennungsangst eine normale Erscheinung. Liegt eine Störung wie Trennungsangst vor, so ist diese durch eine besonders starke Angst vor der Trennung vom heimischen Umfeld oder Hauptbezugspersonen gekennzeichnet.

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