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4 Diagnostik und Indikationsstellung
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4.4
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Integration der Daten
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Abschließend sollen die verschiedenen Informationen und Daten zusammengeführt
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und integriert werden, um dann entsprechende Hypothesen zur Problementstehung und Empfehlungen zum pädagogischen/therapeutischen Umgang zu entwickeln.
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Bei der Erklärung der Einflussfaktoren auf die Entstehung der Störung geht es
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darum, Entwicklungspfade individuell nachzuzeichnen. Hierbei ist ein Schwerpunkt auf die Biographie und dabei wirkende Zusammenhänge – auch aus einer
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systemischen Sicht – zu legen. Von Bedeutung sind Schwellensituationen, aber auch
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intrapsychische (Konflikt‐)Konstellationen, immer unter Berücksichtigung der
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Selbst- und Weltsicht und der Selbstdeutung der Betroffenen. Ergänzend müssen
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Lernfaktoren bzw. verstärkende und aufrechterhaltende Bedingungen betrachtet
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werden.
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Darüber hinaus gilt es, das Problem bzw. die Auffälligkeit oder Störung hinsichtlich ihres »Schweregrades« einzuschätzen. Hierzu zählt das Ausmaß der Beeinträchtigung für sich und andere, aber auch das Verhältnis zu unterschiedlichen
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Normen (s. o.). Ebenso sind Ressourcen und Stärken des betroffenen Kindes/Jugendlichen und seines Umfeldes zu berücksichtigen.
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In einem weiteren Schritt geht es um die Entwicklung einer Prognose, also die
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Beschreibung und Einschätzung der Perspektiven und ihrer Verwirklichungschancen. Hierzu müssen die Bewältigungskompetenzen des einzelnen Kindes aber auch
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der Bezugspersonen bzw. des Gesamtsystems eingeschätzt werden. Eine wichtige
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Rolle spielen dabei die Veränderungsmotivation/-bereitschaft bzw. der (oftmals
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auch verdeckte) Veränderungswiderstand. Eine wichtige Rolle, wie schon mehrfach
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betont, spielen dabei die originäre Einbeziehung und Partizipation der Betroffenen.
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Mit diesen zusammen können Ziele festgelegt werden und es können dann Handlungsschritte geplant werden.
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Ein systematisches Modell auf einem psychodynamischen Hintergrund bildet das
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Konzept der »operationalisierten psychodynamischen Diagnostik bei Kindern und
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Jugendlichen« (OPD-KJ, Arbeitskreis OPD-KJ 2003, in überarbeiteter Version: OPDKJ 2, Seiffge-Krenke & Schmeck 2020, Fiedl et al 2021). Als Ergänzung zur deskriptiv-phänomenologisch ausgerichteten Diagnostik und Klassifizierung, die sich
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an den Systemen des ICD-10 bzw. DSM-5 orientiert, hat das Prinzip der OPD-KJ
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einen entwicklungspsychopathologischen Zugang. Das heißt, es wird versucht »in
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der Diagnostik entwicklungspsychologische mit klinisch-psychiatrischen Perspektiven [zu verbinden] (…) Vor einer Therapieentscheidung, einem Beratungsangebot,
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steht eine ausführliche situative Analyse, die die Auslöser der Symptomatik erfassbar
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machen soll, die im Spannungsfeld zwischen Entwicklungsaufgaben und biografischen Ereignissen zu suchen sind. Aktuelle Konflikte können dabei von Bedeutung
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sein, v. a. auch im Hinblick auf die Motivation zur Vorstellung. Die biografische
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Analyse sollte im Weiteren die bisherige Entwicklung des Kindes von der Geburt bis
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zum gegenwärtigen Zeitpunkt erfassen, auch mit Blick auf kritische Lebensereignisse und besondere Belastungen. Die strukturelle Analyse hat zum Ziel, den aktuellen Entwicklungsstand im Sinne von kognitiver Entwicklung, Selbstintegration
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