2026-001/documents/theory/diagnostics/verhaltensauffaelligkeiten/pages/060.md

35 lines
1.8 KiB
Markdown

3 Allgemeines Modell der Entstehung von Verhaltensauffälligkeiten
Zusammenstellungen der Entwicklungsaufgaben in unterschiedlichen Lebensaltern
finden sich bei z. B. Schmidtchen (2001, S. 47):
Aufgaben des Säuglingsalters (0 bis 2 Jahre)
• Ausbau von physiologischen Regulationsfertigkeiten
• Ausbau des Selbstsystems
• Erwerb von Bindungskompetenzen
• Ausbau von frühen Denk- bzw. Problemlösungskompetenzen
Aufgaben der Kindheit (3 bis 4 Jahre)
• Ausbau von spielerischen Verarbeitungskompetenzen
• Erwerb von sprachlichen Kompetenzen
• Erwerb von moralischen Urteilskompetenzen (Gewissensnormen)
Aufgaben des Vorschulalters (5 bis 6 Jahre)
• Erwerb von Geschlechtsrollenkompetenzen
• Erwerb von Kompetenzen zum Umgang mit Altersgenossen und
• außerfamiliären Bezugspersonen
• Erwerb von Rollenkompetenzen des täglichen Lebens
Aufgaben des Schulalters (7 bis 12 Jahre)
• Erwerb von schulspezifischen Kompetenzen
• Erwerb von Gruppenkompetenzen
Aufgaben der Pubertät (13 bis 15 Jahre)
• Erwerb von freundschaftlichen Beziehungskompetenzen
• Beginn des Erwerbs eigener sexueller Identität
Aufgaben der Adoleszenz (16 bis 18 Jahre)
• Erwerb von Kompetenzen zum Schulabschluss und zur Berufsfindung
• Erwerb von Kompetenzen zur Identitätsfindung
• Erwerb von Kompetenzen zur Loslösung von den Eltern
Ähnliche Aufstellungen finden sich bei Petermann et al. (2004, S. 287 f), für die
ersten Lebensmonate bei Papousek (2004, S. 84) und für das Jugendalter bei Fend
(2001). Von besonderer Bedeutung sind jeweils größere Entwicklungsübergänge; so
beim Eintritt in Krippe oder Kindergarten, beim Übergang in die Schule, später die
weiterführenden Schulen, in die Pubertät, später ins Berufsleben, etc. (vgl. Petermann et al. 2004, S. 284 ff).
60