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2 Begriffsbestimmung: Was ist »verhaltensauffällig«?
temen mittels Faktorenanalysen ein Modell entwickelt, das der Dimensionalität von
psychischen Auffälligkeiten gerechter wird. Dabei hat sich international das von
Achenbach (1991, 1997) entwickelte Diagnosesystem durchgesetzt. Dieses System
beschreibt die Dimensionen psychischer Störungen wie in Tabelle 2.4 dargestellt
(c Tab. 2.3).
Tab. 2.3: Dimensionen psychischer Störungen nach Achenbach (1991a; b; c; d) (aus: Petermann, 2002a; mit freundlicher Genehmigung des Hogrefe Verlags)
Internalisierende Auffälligkeiten
• Sozialer Rückzug: Kinder mit hoher Ausprägung auf der Skala möchten lieber alleine
sein, sind verschlossen, weigern sich, zu sprechen, sind eher schüchtern, wenig aktiv und
häufiger traurig verstimmt.
• Körperliche Beschwerden: Die Skala setzt sich aus Items zusammen, die verschiedene
somatische Symptome beschreiben (Schwindelgefühle, Müdigkeit, Schmerzzustände
und Erbrechen).
• Ängstlich/Depressiv: Die Skala erfasst neben einer allgemeinen Ängstlichkeit und
Nervosität auch Klagen über Einsamkeit und soziale Ablehnung, Minderwertigkeitsund Schuldgefühle sowie traurige Verstimmung.
Externalisierende Auffälligkeiten
• Dissoziales Verhalten: Die Skala erfasst dissoziale Verhaltensweisen (z. B. Lügen, Stehlen, Schule-Schwänzen) und Verhaltensweisen, die häufig in Verbindung mit Dissozialität auftreten (z. B. »ist lieber mit Älteren zusammen«).
• Aggressives Verhalten: Die Skala erfasst verbal- und körperlich-aggressive Verhaltensweisen sowie Verhaltensweisen, die häufig in Verbindung mit aggressivem Verhalten auftreten (z. B. »spielt den Clown«, »redet viel«, »sehr laut«).
Gemischte Auffälligkeiten
• Soziale Probleme: Die Skala umfasst vor allem Ablehnung durch Gleichaltrige sowie
unreifes und erwachsenenabhängiges Sozialverhalten.
• Schizoid/Zwanghaft: Die Skala erfasst neben den Tendenzen zu zwanghaftem Denken
und Handeln auch psychotisch anmutende Verhaltensweisen (Halluzinationen) und
eigenartiges, bizarres Denken und Verhalten. Achenbach gibt dieser Skala die Bezeichnung »Thought Problems«.
• Aufmerksamkeitsprobleme: Die Skala setzt sich aus Items zur motorischen Unruhe,
Impulsivität, zu Konzentrationsstörungen und aus Items zusammen, die häufig in
Verbindung mit hyperkinetischem Verhalten auftreten (z. B. »verhält sich zu jung«,
»tapsig«).
Die Klassifikationssysteme haben, wie schon beschrieben, eine Bedeutung für die
individuumsübergreifende Betrachtung der »Cluster« von Symptomen und damit
für eine überindividuelle Ursachenforschung sowie eine hypothesengeleitete, störungsspezifische Interventionsplanung.
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