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2 Begriffsbestimmung: Was ist »verhaltensauffällig«?
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Tab. 2.1: Beispiele für normales und negatives Sozialverhalten (aus: Petermann 2002a; mit
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freundlicher Genehmigung des Hogrefe Verlags)
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Altersstufe
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Normales Verhalten
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Problematisches Ver- Psychische Störung
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halten
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Kleinkindalter
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(bis 2 Jahre)
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Kind kommt Anforderungen nach und
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lässt sich helfen
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Kind verweigert Anforderungen; kann
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jedoch von Erwachsenen beeinflusst
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werden
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Kind verweigert sich
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völlig
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Frühe Kindheit
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(3.–5. Lebensjahr)
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Kind ist eigenständig, Kind ärgert andere
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ohne Anforderungen absichtlich
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abzulehnen
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Kind ist häufig wütend und beleidigt
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andere
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Mittlere Kindheit
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(6.–12. Lebensjahr)
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Kind behauptet angemessen seinen
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Standpunkt
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Kind streitet häufig
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Kind ist häufig wütend und beleidigt
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andere
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Jugendalter
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(ab 13 Jahre)
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Kind ist im Konfliktfall kooperationsbereit und kompromissfähig
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Erpresst andere
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Versucht unangemessen, sich Vorteile
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zu verschaffen
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Harnach-Beck (2000) schlägt einen Katalog von Kriterien vor, anhand derer es
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möglich ist, einzuschätzen, »wie bedeutsam ein Abweichen von der Norm ist« (ebd.,
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S. 89):
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1. Alter und Geschlecht
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»Da Kinder Menschen sind, die sich noch in der Entwicklung befinden, ist es vor
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allem erforderlich, ihr Verhalten im Bezug zu ihrem Alter zu sehen« (ebd.).
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Neben der Altersnorm gibt es auch Normen für geschlechtsspezifisches Verhalten.
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2. Dauer des Verhaltens
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»Ob ein Verhalten als abweichend zu betrachten ist, hängt ferner davon ab, wie
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überdauernd es ist. Kurze Zeiten von Verstimmung, ausgeprägten Ängsten,
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schlechten Träumen, Bauchschmerzen kennt jedes Kind. Werden daraus anhaltend unangenehme Zustände, so besteht ein Grund zum Eingreifen« (ebd., S. 90).
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3. Gegenwärtige Lebensumstände
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Unter besonderer Belastung, wie Wohnortwechsel, Trennung der Eltern etc. sind
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vorübergehende Stressreaktionen zu erwartende Ereignisse, sie verschwinden im
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Allgemeinen in dem Maße, in dem das Kind und seine Familie lernen, mit der
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veränderten Situation besser umzugehen.
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4. Soziokulturelle Zugehörigkeit
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Die Normvorstellungen differieren sowohl schichtspezifisch als auch hinsichtlich
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der Zugehörigkeit beispielsweise zu einer ethnischen Gruppe.
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5. Art und Vielfalt der Symptome
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Einige Symptome – z. B. massiv aggressives Verhalten – sind eher auffällig und
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beeinträchtigen das Umfeld, andere – wie zum Beispiel das nächtliche Einnässen
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