2026-001/documents/theory/diagnostics/systemische-modelle-soziale-arbeit/pages/596.md

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Frau C. hat nach ihrer Entlassung zu Hause wenig Unterstützung
zu erwarten.
Es
wird
vereinbart,
dass
dreimal
wöchentlich
eine
Krankenschwester zu ihr nach Hause kommt. Damit werden mehrere
Ziele verfolgt:
eine Aufwertung von Frau C. gegenüber der Familie durch die
häufigen Besuche;
die Einführung und Bestätigung des Krankheitsmodells, um sie
von der Vorstellung, arbeiten gehen zu müssen, und von
Schuldzuweisungen der Familie zu entlasten;
die Unterstützung von Frau C. in der Wahrnehmung ihrer
Mutter- und Hausfrauenfunktion, mit der sie sich wieder einen
Platz in der Familie verschaffen kann;
die Unterstützung der ärztlichen Behandlung und der
Medikamenteneinnahme, unter anderem dadurch, dass die
Krankenschwester die Medikamente besorgt und die
Rezeptgebühren von Herrn C. einfordert;
die Unterstützung von Frau C. durch einen wertschätzenden
Umgang mit ihr;
die Erweiterung ihres Lebensraumes in einer durch die Familie
akzeptierten Weise durch gemeinsame Aktivitäten, wie den
Besuch des Cafés nachmittags im Sozialpsychiatrischen Dienst
und gemeinsame Spaziergänge.
Frau C. geht es zunehmend besser. Ihre Zähne können mithilfe eines
Härteantrags bei der Krankenkasse und von Spendengeldern saniert
werden. Sie übernimmt immer mehr Funktionen im Haushalt und
gewinnt wieder zusehends an Lebensfreude. Die häusliche
psychiatrische Krankenpflege wird zunächst reduziert und dann
eingestellt. Hausbesuche durch den Sozialpsychiatrischen Dienst
finden weiterhin zwei- bis vierwöchentlich statt. Ein Jahr nach der
Krankenhausentlassung erzählt Frau C., sie werde gemeinsam mit
ihrem Mann in die Türkei reisen. Ihr Mann werde nach einem Monat