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7.1.2.10Therapie als Verstörung
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Systemische Ansätze führen zu einer kritischen Distanz gegenüber
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eindimensionalen
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Behandlungs-,
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Pflegeoder
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Rehabilitationskonzepten. Eine symptomorientierte psychiatrische
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Behandlung, die pharmakologische Behandlung der Depression, die
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Notfalleinweisung, der stationäre Aufenthalt sind notwendige
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Antworten in den zirkulären Abläufen. Ohne die Entwicklung einer
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komplexeren Sichtweise, eines ganzheitlicheren Verständnis und
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eines entsprechend breiteren Handlungsinstrumentariums bestünde
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das Risiko der fortlaufenden Bestätigung der vorherrschenden
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Bewältigungsmuster.
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Auch in linearen Pflege- und Rehabilitationsprozessen besteht das
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Risiko, dass die Professionellen einseitig normative Ziele definieren
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und immer wieder an den als „Widerstände“ apostrophierten
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Reaktionen der Betroffenen scheitern. Orientiert an einer
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systemischen Grundhaltung, bewegt uns daher immer die Frage im
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Hintergrund, worin der Sinn und die Nützlichkeit der bestehenden
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Problemkonstellation liegen könnte. Eine systemische Grundhaltung
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führt zum Selbstverständnis, allenfalls Entwicklungen anregen, aber
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niemals deren Ergebnisse determinieren zu können. Die Rücknahme
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des Machtanspruchs der Professionellen schafft Raum für ein
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Selbstbild der Betroffenen, innerhalb eines bestimmten Rahmens für
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die Gestaltung ihres Lebens Verantwortung tragen zu können.
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Die therapeutische Verstörung in der Betreuungs- und
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Beratungssituation von Frau L. besteht aus:
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einer Veränderung der Haltungen,
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dem erweiterten Verständnis ihrer Lebensgeschichte und ihrer
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Verhaltenweisen,
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dem ressourcenorientierten Zugang und
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der allparteilichen Bereitschaft, sie in ihrem Lebens- und
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Entscheidungsprozess zu begleiten.
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