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7.1.2.7Ressourcenorientierung In der Folge versuchten die Mitarbeiterinnen, in den verschiedensten Kontexten der uns bekannt gewordenen Lebensgeschichte Ressourcen zu entdecken, die von den Fähigkeiten von Frau L. zeugten. Wir hatten es mit einer Frau zu tun, die als Mädchen Opfer eines lebensbedrohlichen sexuellen Gewaltakts wurde, die in dieser Situation alles schweigsam und passiv erduldete und gleichzeitig durch ihre erlittene Ohnmacht und Demütigung eine große Gefahr von ihrer Familie abgewandt hatte. Hätte sie sich in dieser Situation gewehrt oder hätte sie durch ihre Verzweiflung die Familienangehörigen zu aktivem Einschreiten veranlasst, hätte sie das Leben ihrer Familie in größte Gefahr gebracht. Das Erleben der Vertreibung, die Flucht und die Suche nach einer neuen Existenzgrundlage verband die Familie; unverkennbar war aber auch ihre eigene Leistung, immer wieder in neuen Anforderungen und Umbruchsituationen bestehen zu können. Nicht unbeachtet ließen wir, dass sie über viele Jahre in ihrer Firma eine sehr anerkannte Mitarbeiterin war. Wir konnten sie als trauernde, alleine zurückgelassene Witwe wahrnehmen, aber auch als verantwortliche und kompetente Ehefrau, die ihren Mann in einem langjährigen Krankheitsprozess begleitete. Ihre aktuell geäußerte Zurückhaltung gegenüber sozialen Gruppen, dem Seniorennachmittag der Gemeinde, der Gruppe in der Begegnungsstätte oder dem SpDi kann auch als Versuch gesehen werden, sich vor immer wieder erlebten Kränkungen zurückzuziehen. Möglicherweise bewahrte sie sich durch ihr Fernbleiben vor Verletzungen, die aus emotionalen Erwartungen hinsichtlich Vertrautheit, Nähe und Sicherheit rühren, die in diesen Gruppen für sie bislang zumindest kurzfristig nicht erfüllt werden konnten. Statt einen Berg zu lösender Probleme vor ihr aufzurichten, suchten wir das Gespräch über ihre Erfahrungen in der Bewältigung von für uns kaum vorstellbaren traumatischen Erlebnissen. Die