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die Schwierigkeiten darin, daß die Mutter zunehmend depressiv ist,
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während der Sohn immer häufiger mit seinesgleichen zusammen ist. Eines
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Tages rufen sie den Therapeuten an, und der junge Mann berichtet, daß er
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an Selbstmord denke. Er sagt, er denke daran, ‚aus dem Fenster zu
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springen‘. Der Therapeut sagt zur Mutter, daß er die Selbstmorddrohungen
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des Sohnes sehr ernst nehme und daß sie dafür verantwortlich sei, daß ihr
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Sohn sich nichts antut. Sie muß auf ihn aufpassen, so daß er nicht aus dem
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Fenster springt. Wohin er auch geht, die Mutter soll ihn beobachten. Sie
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müssten im gleichen Zimmer schlafen, und die Mutter habe den Sohn zu
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den Vorlesungen zu begleiten. Die Mutter zeigte sich einverstanden, weil
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auch sie von der Ernsthaftigkeit der Drohungen ihres Sohnes überzeugt ist
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und weil es ihr einleuchtet, daß der Therapeut ihr die Verantwortung für
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das Verhalten des Sohnes zuschreibt. So verbringen Mutter und Sohn noch
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mehr Zeit miteinander, als sie dies in den letzten Jahren ohnehin schon
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getan haben. Sie begleitet ihn zu den Vorlesungen und läßt ihn auch in den
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Pausen nicht aus den Augen.
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Als der Sohn beschließt, segeln zu lernen, wird der Therapeut um seine
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Meinung gebeten, ob die Mutter ihn auch zum Segeln begleiten solle. Der
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Therapeut sagt, das müsse sie selbstverständlich tun, denn er könne ja auf
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die Idee kommen, sich durch einen Sprung aus dem Boot umzubringen.
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Also setzen Mutter und Sohn sich tags darauf, an einem regnerischen
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Samstag, gemeinsam in ein Segelboot. Einige Tage später kommt ein Anruf
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des Sohnes, der mitteilt, daß er seine Mutter nicht mehr überall
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dabeihaben möchte. Der Mutter geht es ähnlich. Der Therapeut aber sagt
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ihr, daß sie ihrem Sohn nicht erlauben darf, allein fortzugehen, solange sie
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nicht überzeugt sei, daß er keine Selbstmordabsichten mehr hegt. Mutter
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und Sohn streiten sich jetzt häufiger und heftiger als jemals zuvor. Die
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Mutter beschäftigt sich mit dem Gedanken, an Veranstaltungen der
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Erwachsenenbildung teilzunehmen. Der junge Mann verbringt viel Zeit mit
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Telefonieren. Schließlich kann die Mutter dem Sohn das Versprechen
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abnehmen, daß er sich nichts antun wird. Erleichtert kehren beide in den
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Alltag zurück, jeder ärgerlich auf den anderen, aber unabhängiger, als sie
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es je gewesen sind“ (Minuchin u. Fishman 1983, S. 217 f.).
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8 Durch diese Verschreibung des Symptoms wurde die Zeitperspektive
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eingeführt: „Zeige das Verhalten noch eine Weile, dann kannst du es
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verändern“; ein chronisches Verhalten wird also in einen Rahmen
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begrenzter Zeit überführt.
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