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6.6.3.7Primärperspektive: Setting
Sozialarbeit und Sozialpädagogik wird innerhalb der psychosozialen
Landschaft ein eigener, von Beratung und Therapie unterschiedener Status
zugewiesen. Diese Abgrenzungen sind im Rahmen eines systemischen
Modells fragwürdig. Eine beziehungs- und kontextorientierte Arbeit, deren
Ziel Empowerment und Alltagsbewältigung ist, braucht diese Abgrenzung
nicht. Statt um therapeuein (griech. „heilen“) geht es um Coping die
Aneignung und das Ausprobieren von Bewältigungsstrategien. In diesem
Sinne kann einer bestimmten Hilfeform nicht mehr von vornherein ein
bestimmtes Setting zugewiesen werden. Zusammensetzung, Benennung
und die sozialräumliche Komponente des Settings müssen deshalb immer
wieder neu den aktuellen Erfordernissen des Hilfeprozesses angepasst
werden.
Zu einem bestimmten Zeitpunkt kann ein Hausbesuch erforderlich
sein, ein andermal ein tiefe Emotionen anrührendes Rollenspiel im
Therapieraum; während eines gemeinsamen Spazierganges oder in
einem Café lässt sich vielleicht entspannter über Stressreduzierung
reden als in einem nüchternen Dienstzimmer oder einer lauten
Wohnküche. Die systemische Familienarbeit kann im Rahmen von
Familienfreizeiten durchgeführt werden; die Urlaubsatmosphäre
begünstigt eine spielerische Öffnung der Familien für sich selbst und
andere (Katschnig u. Wanschura 1987). Die im Rahmen einer
Heimunterbringung
durchgeführten
familientherapeutischen
Sitzungen können im Heim selbst stattfinden und neben dem
fremduntergebrachten Kind auch seine Erzieherinnen umfassen
(siehe 5.7 und Schindler 1996).
Familien- und Paartherapie kann mit der betreffenden Familie bzw.
dem betreffenden Paar oder in Gruppen durchgeführt werden.
Einzelgespräche erhalten ihre Familienorientierung durch zirkuläre
Fragen und die Markierung der abwesenden Familienmitglieder durch
leere
Stühle.
Auch
in
Psychodramagruppen
kann
die
Familienperspektive mithilfe von Skulpturen und die Herkunftsfamilie
thematisierenden Rollenspielen eingeführt werden. Manchmal ist es
wichtig, konkrete Ratschläge zu geben, vor allem wenn
Handlungsunsicherheiten auf Informationsdefiziten beruhen; wenn
die Adressatinnen dagegen Ratschläge vehement einfordern, ist es