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Gefährdungen bewältigen können. Das schließt Nähe, die auch
körpersprachlich gezeigt werden kann, mit ein.
Neben den Beziehungsintensitäten und Grenzbildungen markiert
Minuchin in seinen Familienlandkarten und Triangulationsmodellen
auch unterschiedliche Koalitionen (gegen ein anderes Mitglied des
Systems gerichtete Bündnisse), verdeckte bzw. offene Konflikte und
Konfliktumleitungen (S. Minuchin 1977, S. 70 ff.) (Abb. 31).
Die Familie beschreibt Minuchin als ein „Holon“, d. h. eine Ganzheit,
in der die einzelnen Subsysteme durch ihre Interaktionen das Ganze
hervorbringen. Als System hat sie die Funktion, sich zu erhalten; als
Bündnis sichert sie die für eine funktionale Sozialisation der Kinder
notwendige Kontinuität und Nähe. In diesem Sinne ist sie die „Matrix“
von Identitätsentwicklung, Wachstum und Heilung (siehe S. Minuchin
1977, S. 65, 141).
Die Familienlandkarten sind vor allem als „diagnostische“ Methoden zu
verwenden und müssen als hypothetische Momentaufnahmen einer
Familienkonstellation zu einer bestimmten Zeit, in einem bestimmten
sozialen Raum und hinsichtlich eines bestimmten Themas verstanden
werden. Nur wenn diese erkenntnistheoretische Einschränkung ernst
genommen
wird,
ist
es
zu
verantworten,
mit
diesen
komplexitätsreduzierenden Mustern zu arbeiten. Wird sie außer Acht
gelassen, entsteht eine pathologisierende und chronifizierende Diagnose,
die den Charakter einer „sich selbst erfüllenden Prophezeiung“ annehmen
kann.
Familienlandkarten stellen Beziehungsmuster unter dem Blickwinkel der
Grenzen und Generationenebenen (Eltern und Kinder oder auch Eltern,
Kinder und Großeltern) dar. Sie können über die Zeit hinweg stabil bleiben
müssen es aber nicht. Je chronifizierter, unflexibler und starrer ein
Familiensystem organisiert ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass zeitlich
unterschiedliche Momentaufnahmen immer wieder die gleiche Struktur
rekonstruieren. Es geht um die Grenzziehung zwischen den generationalen
Subsystemen und innerhalb der einzelnen Subsysteme. Die Grenzen
können diffus, durchlässig oder starr sein. Im Sinne Minuchins ist die
durchlässige Grenze „funktional“, die beiden anderen Arten werden als
„dysfunktional“ bewertet, d. h., sie verhindern mehr oder weniger eine
kulturell akzeptable Sozialisation der Kinder und eine befriedigende